Bert der Mini-Drache

Bert der Mini-Drache

 

Glaubst du an Feen und Elfen?

Kobolde und Einhörner?

Vielleicht ja, vielleicht nein.

Aber an Drachen brauchst du nicht zu glauben, denn die gibt es wirklich,...

zumindest Bert.

 

Es ist jetzt auf den Tag genau 246 Jahre her, da wurden Bäume gefällt, in einem großen Regenwald. Das Teakholz kam von dort noch mit einem großen Schiff nach Europa, um genau zu sein, nach Deutschland.

Ein Schreiner dessen Name vergessen ist, arbeitete aus einem der Bäume einen wunderschönen Schrank.

Wem dieser gehörte, ist auch vergessen, nicht aber, dass meine Oma ihn geschenkt bekam und er jetzt bei mir zu Hause steht.

 

Mein Name ist Stefan. Ich arbeite in einem Labor für Gesteinsforschung in Berlin.

Ich bin Mitte Zwanzig, sehe natürlich extrem gut aus und,... oh Verzeihung.

Es geht ja eigentlich gar nicht um mich.

Ich fand in meinem wunderschönen braunen Teakholzschrank einen kleinen Tropfen alten Harz.

Er war schon sehr alt, sehr sehr alt.

Ich fand ihn, als ich eine der großen Schubladen öffnete. Der Schreiner hatte wohl wie ich diesen versteinerten Tropfen als zu schön empfunden, um ihn zu entfernen. Stattdessen hatte er ihn da gelassen wo er war.

Mir fiel er nur auf, als ich meine ganzen Papiere ausmisten wollte und mit meinem Ring an dem versteinerten Tropfen hängen blieb.

Der Bernstein war dort mit Sicherheit schon seit vielen tausend Jahren. Wie er dort hingekommen war, war mir ein Rätsel.

Rätsel mag ich sehr.

Also wollte ich es lüften.

Vorsichtig entfernte ich den Tropfen. Braun-golden schimmerte er in meiner Hand.

Gleich früh am nächsten Morgen nahm ich ihn mit auf meine Arbeit.

Ich legte ihn unter mein Mikroskop.

Oft las und hörte man von Einschlüssen.

Das heisst, dass Tierchen in den flüssigen Hart gefangen waren, darin umkamen und mit dem Harz versteinerten.

Ich sah nichts,... oder doch, da war etwas.

In dem golden-braunen Tropfen war etwas, das bläulich durchschimmerte.

Der Stein war zu schade, um ihn einfach aufzubrechen, aber meine Neugierde war gross.

Vorsichtig machte ich mich mit dem entsprechenden Werkzeug daran den Bernstein zu öffnen.

Es dauerte fast eine Stunde bis ich das kleine Blaue etwas herausgearbeitet hatte. Zum Glück, hatte mein Chef diese Woche Urlaub genommen und ausser mir war niemand heute im Labor.

Das kleine Blaue etwas hatte die Form eines Eies.

 

Ich untersuchte es genau, aber es schien mehr das Ei eines Insektes zu sein. Das merkwürdige war, das es weich war. Das bemerkte ich gleich, als ich es mit der Pinzette berührte.

Wie konnte das sein, über all die Jahre war es noch immer weich.

Ich nahm einen flachen Glas Zylinder und legte das winzige Ei hinein. Es war kaum größer als der Punkt einer Computertastatur.

Ich verschloss den Behälter und steckte ihn in meine Tasche, packte ein Mikroskop ein und nahm es mit über das verlängerte Wochenende.

 

Immerhin war Ostern.

Ich habe nur eine kleine Familie, aber mein Neffe hatte sich angekündigt.

Er wollte Berlin sehen und vor allem mit dem Mikroskop forschen.

Mathias ist zehn Jahre alt und seine Eltern dachten, er könnte schon alleine mit dem Zug zwei Stunden fahren. So musste ich pünktlich am Bahnhof sein, denn er kam ja alleine.

Ich wartete zwei Stunden später am Gleis fünf.

Die schweren Türen des ICEs öffneten sich mit einem sanften "Schmatz" und mein kleiner Neffe sprang mir entgegen.

Ob Zufall oder Glück oder ob er mich von innen schon gesehen hatte, wie auch immer er es gemacht hatte, dass er mir direkt in die Arme sprang, als sich die Türen öffneten.

Es würde ein Geheimnis bleiben, denn Matthias hatte Hunger und keine Zeit für Fragen.

"Hallo Stefan", rief er. "Ich habe dich schon lange nicht mehr gesehen und ich habe Hunger!"

"Na da müssen wir gleich was dagegen tun."

Zusammen gingen wir essen und schlenderten durch einige Geschäfte, bis Matthias mit einem Mal rief :"Was machen wir denn an Ostern? Hast du schon Eier gefärbt?"

"Eier färben?" Ich hatte einen Schokoladenhasen für ihn gekauft, aber an die Eier hatte ich nicht gedacht.

Also kauften wir noch welche sowie Farbe. Mit unserem Einkauf gingen wir nach Hause und bereiteten alles vor.

Eine Stunde später waren wir fertig und Matthias und ich schliefen auf dem Sofa bei einem lustigen Film ein.

 

Am nächsten Morgen wechselten wir unsere Kleidung nach einer Dusche.

Ich nahm den Glaszylinder aus der alten Hose und steckte ihn in meine jetzige.

Dann holte ich die Eier und versteckte sie in der Wohnung.

"Wann kann ich suchen? Wann, wann, wann???"

Mathias sprang aufgeregt von einem Bein auf das andere.

"Jetzt!" ,rief ich und lachte.

Es hatte länger gedauert die Eier zu verstecken, als Matthias brauchte um sie zu finden.

Ich packte mein Mikroskop aus und legte den flachen Zylinder darunter.

"Matthias, ein Ei hab ich noch woanders versteckt. Mal sehen, ob du das auch findest."

"Das war zu offensichtlich." beschwerte er sich.

Dennoch schob er seinen Kopf über die Linse und sah x-fach vergrössert auf das kleine wunderschöne Ei.

"Ui!" rief er. "Was ist denn da drinnen?"

"Ich weiss es nicht." gab ich zu.

"Können wir es zum Schlüpfen bringen?"

Ich lachte. " Das ist schon sooo alt. Da schlüpft gar nichts mehr."

Matthias senkte den Kopf.

Somit war das Ei als uninteressant erklärt und er machte sich an den Schokoladenhasen.

Nachmittags gingen wir in den Berliner Zoo.

Das war eine ganz tolle Idee.

Ausser uns waren nur noch eine Millionen auf diese Idee gekommen und der Zoo quoll über vor Menschen.

Wir brachen den Ausflug ab und fuhren zurück mit der Strassenbahn, als plötzlich,....

 

"Aua!" Rief ich.

"Was hast du denn Stefan?" Matthias blickte mich verwundert an.

"Ich weiss auch nicht. Es ist, als hätte ich mich gerade verbrannt."

"Wo denn?"

"Ich glaube es kommt aus der Hose."

"Ha, ha, ha." Er lachte. "Hast du gepupst oder was?"

"Au!"

Da war es schon wieder. Ich fasste in meine Tasche und stellte verwundert fest, dass der Glaszylinder heiss war.

Er war zu heiss um ihn aus der Tasche zu nehmen , aber gerade noch erträglich ihn in der Hose zu behalten. So zog ich die Hosentasche etwas weg von meinem Körper und wir liefen, kaum dass wir im Zoo angekommen waren, schon wieder mit schnellen Schritten nach Hause.

Dort angekommen, zog ich die Hose aus und holte einen Handschuh.

Dann zog ich den Zylinder aus der Tasche.

Ich sah ihn mir ohne Mikroskop an.

Matthias ebenso.

Mit einem Mal sahen wir einen Feuerstrahl.

"Was war denn das???" Er fuhr erschrocken zurück.

"Ich weiss es auch nicht, gab ich verwirrt zu."

Ich legte es unter das Mikroskop.

"Matthias,... Matthias? Das musst du dir ansehen. Du musst mir sagen, ob ich spinne."

"Das kann ich dir auch ohne da reinzusehen sagen." Er lächelte, doch dann wurde er ernst und sah hinein.

"Wow,.. Das gibt es doch gar nicht. Das Ei ist aufgebrochen und da ist ein.. ein.. ein, ein DRACHE!"

 

Wir legten den Zylinder auf den Küchentisch und setzten uns mit grossen Augen davor.

Aus dem Mini-Ei, war tatsächlich ein Mini-Drache geschlüpft.

Mit bloßem Auge kaum zu sehen, wenn er still da sass. Aber sass nicht still. Oh nein. Er kannte wild von links nach rechts und stieß immer wieder gegen die Glasscheibe.

Matthias sah ihn mitleidig an.

"Lass ihn raus Stefan. Lass ihn doch raus. Er hat bestimmt angst da so alleine. Er ist doch ein Baby."

Gerade als ich ich glaubte genau das tun zu müssen, füllte sich der Zylinder mit einer grossen Feuerflamme, die den ganzen Zylinder auffüllte.

"Huch", rief ich erschrocken und zog meine Hand wieder weg. "Das war ja eine riesige Flamme!"

"Mach auf, mach auf."

"Bist du verrückt? Der brennt mir die ganze Wohnung nieder!"

"Ach Stefan, du hast wohl nicht in Physik aufgepasst hm?"

"Was soll das denn?"

" Na, hättest du aufgepasst, dann wüsstest du, das Feuer den Sauerstoff verbrennt und das der kleine da drinnen sehr bald ersticken wird.

Willst du das?

Da lebt der letzte Drache in deinem Glas und nur weil du keine Ideen hast muss das Baby sterben?"

Matthias strafte mich mit einem Vorwurfsvollem Blick.

"Ja, ja. Ich denke ja schon."

Ich wusste das er recht hatte, aber wenn dieses Mini Tier so Riesenflammen spie, dann würde bald meine Wohnung brennen und wer weiß, vielleicht würde der Zwerg die ganze Stadt niederbrennen. Wer würde ihn schon sehen und somit könnte ihn keiner fangen und dann,... weiter kam ich nicht mit meinen Gedanken, da trat mir Matthias gegen mein Schienbein.

"Aua!"

"Stefan! Ich habe gesagt du sollst du sollst was unternehmen nicht Träumen, es geht hier vielleicht um Sekunden!!!"

Ich schnappte mir das Mikroskop und sah ihn mir noch einmal an. 

"Sehr gut", murmelte ich.

"Was ist sehr gut?"

"Na er hat keine Flügel."

"Aha, toll, dann erstickt er eben ohne Flügel. Mensch Stefan, hast du auch Sauerstoff leere in deinem Kopf?"

"Also bitte!" Beschwerte ich mich. "Nicht unverschämt werden! Da zerbreche ich mir meinen Kopf und du beschimpfst mich auch noch!"

"Entschuldigung, das wollte ich nicht, aber wenn du nicht bald eine Idee hast, werde ich dich noch ganz anders nennen!"

"Darüber sprechen wir noch! Aber jetzt gehen wir erst mal ins Bad."

"Was?!" Matthias Schulter sackten  und er schüttelte verzweifelt seinen Kopf.

"Du wirst schon sehen, alles wird gut."

Ich schnappte mir einen Topflappen um mir meine Hände nicht an dem heißen Glas zu verbrennen, dann nahm ich ihn auf und wir liefen grossen Schrittes in das Badezimmer.

"Was hast du vor? Das ist doch keine Ente. Das ist ein Drache!"

Er buchstabierte " D R A C H E !"

Ich schmunzelte, steckte den Stöpsel der Badewanne in den Abfluss und legte den Glaszylinder hinein.

Matthias stieß einen erleichternden Seufzer aus, als ich den Deckel öffnete und ein zischen entwich.

"Hast du das gehört?" Fragte Matthias. "Das war die verbrauchte Luft, die hat zu einem Unterdruck geführt. Das war ganz schön knapp."

Ich nickte. 

Der Drache rannte noch immer aber jetzt im Kreis, er hatte verstanden, das er nicht durch das Glas konnte, aber war viel zu unruhig, um still stehen zu bleiben.

Ich hielt ganz vorsichtig meinen Finger ca. 15 Zentimeter über den Glas Container. Sofort schoss eine grelle rote Flamme auf meinen Finger zu.

Obwohl ich schnell meine Hand zurück zog, fühlte ich die Hitze und hätte ich nur eine Sekunde gezögert, hätte ich mich sicherlich verbrannt.

"Wow", lachte Matthias. "Fast 15 Cm Feuer, aus einem Tier, das gerade mal so groß ist, wie ein Punkt auf der Computertastatur."

"Und ich dachte schon das du über mich lachen würdest."

"Aber nein. Ich lache doch nicht über einen Menschen, der mit einer riesigen Hand, auf ein winziges Wesen zugeht um es, ja was wolltest du denn? Es streicheln oder zerquetschen oder was?"

"O.k., das war nicht besonders klug von mir." Gestand ich.

Mein Telefon klingelte.

Als ich abnahm, war es ein Kollege, der seinen Schlüssel vergessen hatte. Jetzt stand er vor dem Labor und konnte nicht hinein. Da er weit weg wohnte und ich in der Nähe, bat er mich schnell vorbei zu kommen.

Ich willigte ein.

"Matthias, kann ich euch zwei für eine halbe Stunde alleine lassen?"

"Ha. Bei mir ist er wohl sicherer als bei dir." Er grinste und ich ging, mit einem sehr, sehr ungutem Gefühl.

 

 

********************************schnipp*************************************

 

Später erzählte mir Matthias bis ins kleinste, was geschehen war und das klang so:

"Kaum als du aus der Tür warst, blieb der kleine Drache stehen und bewegte sich nicht mehr. Ich glaube er war traurig. Wie das wohl ist. Da schlüpfst du gerade aus deinem Ei und schon bist du ganz allein. Keine Mama, die für dich da ist, nur Riesen, die sich vor dir aufbauen. Und dann muss unsere Stimme für den Kleinen, wie ein Donnern sein. Was macht man mit so einem Winzling? Ich habe mir gedacht, das ihm vielleicht das gefällt, was ich auch mag. Also habe ich ihm etwas vorgesungen, wie Mama es gemacht hat, als ich noch klein war."

"Und?" Hatte ich ihn neugierig unterbrochen.

"Ich habe mir eine Lupe geholt um ihn beobachten zu können. Er war nicht so gut zu sehen, wie mit dem Mikroskop, aber dennoch viel besser. Ich habe mit ihm geredet und dann etwas Salami aus dem Kühlschrank geholt. Er mochte es, aber wohl nicht kalt. Er hat mit seinem Feuerstrahl die Salami gegrillt und dann sah es so aus, als ob er gefressen hätte. Das Stück war 10 Mal so groß wie er selbst. Ich bin nochmal in die Küche um ihm auch Obst zu holen. Als ich zurück kam, staunte ich. Das ganze Stück war aufgefressen. Ich sah ihn mir mit der Lupe nochmals genauer an und mir kam es vor, als wenn er gewachsen wäre.

Die Badewanne sah kalt und hart aus. Also holte ich Watte aus dem Badezimmerschrank und legte es neben ihn. Ich vergaß den Sicherheitsabstand. nur wenige Zentimeter neben ihn legte ich ganz langsam die Watte. Ich glaube er mag mich!" Sagte Matthias mit einem Lachen. "Weißt du, er hat mich nicht mit Feuer verbrannt. Naja, und dann ist eigentlich auch nix mehr so besonderes passiert. Denn ruck zuck, bist du wiedergekommen und ich habe dir dann alles erzählt. Ach ja, da war doch noch was. Der Drache hat sich geteilt und jetzt sind 2 Drachen da und die haben sich auch schon wieder geteilt."

"WAS!?" Rief ich erschrocken.

"War nur Spaß" Matthias lachen schallte durch die Wohnung.

"Das ist nicht witzig!" Ärgerte ich mich.

"Ja, nicht für dich. Ich habe gelacht."

 

Am nächsten Morgen wachte ich auf und überlegte mir, ob ich alles nur geträumt hatte. Es kommt ja nicht all zu häufig vor, das man einen Drachen in der Badewanne hat.

Es war ein Traum. Bestimmt. Ich murmelte vor mich hin, während ich Richtung Küche lief um mir einen Kaffee zu machen. Meine Pantoffel schlürften über den Boden und mit meinem weißen Schlafanzug sah ich für jeden bestimmt aus, wie ein Gespenst. Nur nicht für Matthias.

"Morgen Opa! Na, was schleichst du denn hier rum. Ich bin schon seit zwei Stunden wach."

"Na!" brummte ich. "So frech schon so früh am Morgen?!"

"Was heißt frech? Ich warte schon die ganze Zeit auf dich. Es ist etwas passiert. etwas ganz gigantische. Du wirst staunen!!!"

"Was? Was ist passiert?" Ich wurde mit einem Mal wach und neugierig.

"Es geht um den Drachen." Matthias sprach es so leise aus, das ich Mühe hatte es zu verstehen.

"Was ist mit dem Drachen??? Ist er weg? Ist er tot? Was ist mit ihm?"

Matthias lief vorweg und ich folgte ihm rasch. 

 

********************************schnipp*********************************

Kaum im Badezimmer angekommen, glaubte ich meinen Augen nicht trauen zu können.

„Das gibt's doch nicht! Das kann doch einfach nicht wahr sein?!“

Ich schüttelte den Kopf und hatte wohl gehofft, das Bild was ich da sah, weg schütteln

zu können, aber es blieb …...und wie es blieb.

„Matthias, der Drache ist ja gewachsen. Ich kann ihn sehen, ganz ohne Lupe. Er ist nicht

mehr so gross wie ein Punkt, er ist schon so gross wie ein EinCent-Stück.“

Ich rieb meine Augen doch Matthias lachte.

„Ist das nicht toll? Der wächst vielleicht bis zum Himmel!“

Eine Gänsehaut huschte über meine Haut. Bei dem Gedanken, dass dieses winzige

Wesen vielleicht eine Gefahr für die Welt werden könnte. Und ich hatte ihn gefunden.

In meinem Schrank.

„Stefan? Du solltest dich mal hinsetzen, du bist ja ganz blass im Gesicht.“

Ich setzte mich auf den Klodeckel und sah wieder zu dem Drachen, der auf einer meiner

Lieblingssocken in der Wanne sass.

„Matthias? Was macht der Drache auf meiner Socke?“

„Na ich dachte, dass, wenn er mal muss, dann klebt das alles in der Watte, die trocknet

nicht so gut. Dann könnte er sich erkälten und wenn er oft niesen muss, dann muss er

oft Feuer spucken. Da dachte ich, ich nehme lieber eine deiner Socken, die trocknen

schneller und er bleibt gesund.“

Matthias lächelte mich zufrieden an und ich hatte nichts hinzuzufügen.

„O.k.. Ich werde jetzt in die Bücherei fahren und alles organisieren, was ich dort an

Büchern über Drachen finde. Du passt gut auf ihn auf. Ich bin in ein, zwei Stunden

wieder da. Ich habe dir draussen im Flur, auf den kleinen Tisch mit dem Telefon, meine

HandyNummer auf den Block geschrieben. Wenn irgendetwas komisches passiert, rufst

du mich sofort an und ich komme so schnell ich kann.

Matthias nickte lächelnd.

 

Ich brauchte fast eine Stunde, bis ich in der Bücherei war.

„Dieser Stau!“ schimpfte ich, als ich den Laden betrat.

Eine nette, ältere Dame mit dicker Brille sah mich freundlich an. Ihre Haare waren grau

gelockt, und der Brille und ihres Alters nach zu urteilen, hatte sie hier schon alle Bücher

gelesen.

„Entschuldigen Sie,“ startete ich „haben Sie Bücher über Drachen?“

Mit dem gleichen freundlichen Lächeln, mit dem sie mich empfangen hatte, antwortet

sie nun: „Die Kinderabteilung ist ganz hinten links.“

„Aber nein, gute Frau. Ich möchte doch kein Kinderbuch.“

„Also wir hätten da noch Fantasy und Aberglaube.“ Dann verschwand ihr Lächeln und

sie sagte : „Ach, und sollten Sie mich noch mal wie eine Oma behandeln und „Gute Frau“

sagen, haben Sie gleich einen Drachen vor sich. MICH!“

„Ich komme wohl heute aus dem Entschuldigen nicht mehr raus. Es tut mir leid. Ich bin

etwas verwirrt, aber haben Sie denn nicht Drachen bei Legenden oder so?“

„Ja, das ist bei Aberglaube.“

Sie wies mit ihrem Finger zwei grosse Regale weiter, wo bunte Bücherrücken mich

erwarteten.

Hier gab es alles! Von Loch Ness, über Nibelungen Saga bis hin zu einem Lexikon über

unglaubliche Wesen. Ein Mann hatte es sich zu seiner Aufgabe gemacht, alle seltenen

Bücher der Erde zu katalogisieren. Das heisst, wenn man zum Beispiel Einhörner

suchte, dann fand man unter Einhorn, die uralte Bücherei in Kalkutta in Indien. Sie war

bestimmt schon 300 Jahre alt. Dort sollte also eines dieser besonderen Bücher stehen.

So waren dort alle seltenen Bücher, die es höchstwahrscheinlich nur noch einmal auf

dieser Erde gab.

Meine Hände wurden schweissnass. Ich wurde immer nervöser um so weiter ich

blätterte. A, B, C, mein Herz raste,.... D, Däumling, Dämon,... und weit in der Mitte

der Seite standen die DRACHEN!

Ich weiss nicht was ich dachte, aber es gab alleine zehn Seiten nur mit Drachen!

Da gab es Drachen der alten Zeit, bucklige, charmante, dornige, eckige, farbige, usw.

Zu jedem stand eine kurz Beschreibung.

Die der alten Zeit waren vor 50.000 Jahren gesehen worden, in Australien, wo die

Eingeborenen die Aborigines sie in die Felsen malten. Das waren die einzigen

Aufzeichnungen die es gab und diese waren in einer Höhle, die hier genau beschrieben

wurde, wie man sie finden könnte.

Der bucklige Drache hiess so, weil er den Kopf sehr tief trug. Er war vor 5000 Jahren

erstmals in China gesehen worden.

Der charmante Drache war gar kein Drache, es war ein Buch in Tibet, über einen

Drachenflüsterer, der die Sprache der Drachen erlernt und sie in einem Buch hinterlassen

hatte.

Bei dem dornigen Drachen gab ein Bild dazu und das Gesicht sah aus, als trüge er eine

Krone direkt über den Augen, so dornig war sein Kopf.

Der eckige lebte nur in Höhlen. Er kam nie raus und sein Körper passte sich den

Höhlenräumen an, die oft eckig waren.

Der farbige war wie ein Chamäleon. Er konnte seine Farbe wechseln, wann immer er

wollte.

Nach einigen kam der zornige und schliesslich ,...... Der ZWERGDRACHE!!!

Es gab kein Bild, sondern nur den Verweis auf ein Buch. Es war in einer der ältesten

Büchereien Englands in London.

 

„Na toll!“ dachte ich, wie sollte ich denn jetzt weitermachen? Matthias alleine lassen und

nach England fliegen? Den Drachen konnte ich auf keinen Fall mit nehmen. Eine Flamme

und das Flugzeug würde vielleicht brennen. Vielleicht sollte ich ihn irgendwo melden?

Aber was würden sie mit dem Drachen machen?

Manche Menschen konnten seltenen Tieren wirklich böses tun, aber was, wenn er

wirklich riesengross werden würde? Ich könnte ihn nicht ewig in der Badewanne

verstecken. Nicht nur, weil ich gerne mal wieder duschen wollte, sondern weil ich nicht

wusste, ob er vielleicht sogar gefährlich war.

 

Ich lieh mir das Buch aus und verabschiedete mich von der netten Frau.

Auch dieses Mal kam ich nicht schneller durch den Verkehr. Es waren drei Stunden

vergangen. Ich war noch 15 Autominuten entfernt von meiner Wohnung, als mein

Telefon klingelte.

„Hallo?“

Was jetzt kam, übertraf meine schlimmsten Phantasien. Es war Matthias, der mit

zitternder Stimme sprach.

„Stefan. Nicht böse sein. Ich wollte nur mit ihm spielen.“

„Und? Was? Was ist passiert?“

„Na, er ist,.... er ist,... verschwunden.“

 

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Die grosse Suche

 

Ich hatte den Motor noch nicht aus gemacht, da sprang die Haustüre schon auf und

Matthias erwartete mich schon.

„Erzähl mir alles, wir müssen ihn so schnell es geht finden!“

Wir setzten uns in die Küche und Matthias berichtete.

„Ich habe Bert gefüttert und,...“

„Wer ist Bert?“ unterbrach ich ihn.

„Na der Drache. Ich habe ihm einen Namen gegeben. Jeder hat doch ein Recht auf einen

Namen oder nicht?“

Ich nickte zustimmend.

„Also Bert hatte gerade wieder so einen Berg Salami verdrückt, da bekam er wieder

einen Wachstumsschub.“

Meine Augen weiteten sich vor Schreck. „Was?! Er ist wieder gewachsen? Wie gross ist

er jetzt? Wie eine Maus?“

Matthias schüttelte den Kopf.

„Was?! Wie eine Katze etwa?“ Ich schlug meine Hände vor mein Gesicht, aus Angst, er

könnte wieder mit dem Kopf schütteln. Ich wollte es nicht sehen. Matthias war aber ein

schlaues Kerlchen.

„Nein Stefan, auch nicht wie eine Katze.“

Ich sackte zusammen. „Wie ein Hund etwa?“

Jetzt lachte er. „Aber nein. Er ist jetzt so gross wie ein Teelicht. Nicht wie eine Maus,

Katze oder Hund. Er ist kleiner. Aber das ist doch jetzt egal. Ich muss dir weiter

erzählen. Er hat mich mit einem Mal ganz lieb angesehen. Da konnte ich nicht

widerstehen und habe versucht ihn zu streicheln.“

„Du hast was? Bist du verrückt?! Du weist doch, das er gefährlich ist!“

„Ach Stefan. Hunde beissen auch wenn sie Angst haben und wenn jeder denken würde,

weil sie beissen können, beissen sie jeden, dann hätte keiner einen Hund. Verstehst du

was ich meine? Nur, weil er aus Angst einmal Feuer gespien hat, heisst das nicht, dass er

es immer tut. Er ist klein und einsam.“

„O.K.. Dann mal weiter, denn ob er gross oder klein, lieb oder böse ist, ist ja jetzt wohl

egal oder? Du hast gesagt, dass er weg ist!“

„Ja, das war so. Ich habe ihn also gestreichelt, mit einer Feder, die ich aus deinem

Kopfkissen gezupft habe. Meine Hände sind ja viel zu grob, da hätte ich ihm vielleicht

weh getan. Also habe ich ihn gestreichelt. Kaum, als die Feder seinen Kopf berührte, hat

er seine Augen geschlossen und es klang wie ein leises Schnurren. Fast so wie bei einer

Katze. Einer sehr kleinen Katze. Sehr, sehr klein.“ Verbesserte er sich noch einmal.

„Und dann?“ Meine Anspannung wuchs von Sekunde zu Sekunde. Wo war der Drache?

Wo lief er rum? Was zündete er wohl gerade an?

„Also weiter. Ich habe ihm meine Hand hingehalten und er ist ganz vorsichtig dort hin

gelaufen. Dann hat er sie abgeschnuppert. Sein kleiner roter Körper mit dem langen

Hals, streckte sich mit einem Mal blitzschnell und eh ich mich versah, war er auf meine

Hand gesprungen. Stefan, das war so toll! Ich hatte einen Drachen auf meiner Hand!!!

Das glaubt mir doch keiner. Er war so leicht - wie ein Tischtennisball. Es kribbelte als er

mit seinem schuppigem Schwanz über meine Hand lief. Ich hob ihn aus der Wanne und

hielt ihn vorsichtig vor mein Gesicht. Dann hab ich ihm gesagt, dass ich ihn Bert taufe und

immer auf ihn aufpassen werde. Ich habe ihn vorsichtig mit in die Küche genommen. Er

ist von alleine von meiner Hand auf dem Küchentisch, als ich sie dort hingelegt hatte. Er

war ganz artig. Ich habe ihm noch etwas Wurst hingelegt, aber er wollte nicht mehr. Ich

habe ihm dann vorgesungen und ihn noch ganz viel gestreichelt. Irgendwann habe ich

ihn gefragt, was er denn noch so kann, dann habe ich mich nur ganz kurz umgedreht und

auf einmal war er verschwunden.“

„Wie er war verschwunden?“ fragte ich schwitzend. Meine Nerven lagen blank.

„Na er war weg. Ich habe die ganze Küche gleich abgesucht und dann alle anderen

Räume. Er war nicht mehr zu sehen. Dann habe ich dich gleich angerufen. Das war's!“

 

„Oh, Matthias. Ich weiss nicht was ich machen soll.“ Ich erzählte ihm von dem Buch, das

ich ausgeliehen hatte und meinen Plan nach London zu fliegen.

„Ich will dich nicht hier alleine lassen, aber was, wenn der Drache wieder auftaucht und

keiner ist da? Was ist, wenn er auftaucht und du bist da und er greift dich an? Wer

weiss? Aber ich kann auch niemanden informieren. Wer glaubt uns beiden schon, dass

wir einen Zwergdrachen gefunden und dann gleich wieder verloren haben?“

„Ich habe keine Angst vor dem Drachen. Er wird mir nichts tun, wenn er wieder

kommen sollte. Flieg nur.“

„Ich würde jetzt sofort die nächste Maschine nehmen. Ich könnte in drei Stunden in

London sein, das Buch kopieren und morgen Früh wäre ich wieder da.“

„Nur zu! Ich brauche nur genug Pizzen, dann kann ich gut hier überleben, auch

Wochen.“ Er lächelte mir zu und ich vergass für einen Moment unser Problem. Wir

waren durch diese Geschichte Verbündete geworden. Wir hatten ein Geheimnis.

„Ich werde eine Freundin bitten bei dir heute Abend vorbeizukommen, um nach dem

Rechten zu sehen. Da gibt es keine Widerrede. Ich kann dich nicht alleine lassen.“

„Oh ja, das ist eine tolle Idee. Lass ruhig ganz viele kommen. Sollte der Drache wieder

auftauchen, werde ich einfach den Leuten sagen, das das Bert ist, dein neuer Hausdrache. Sie werden entzückt sein.“

Er lächelte jetzt nicht mehr so lieb sondern nur noch frech.

„Mann, das gefällt mir gar nicht, dich ganz alleine zu Hause zu lassen. Ich nehme dich

besser mit.“

„Wird ja immer besser. Wir beide sind in England, der Drache taucht wieder auf, findet

uns nicht und dann? Der brennt dir bestimmt ein schönes Loch in deine Türe und

dann können wir ihn irgendwo da draussen suchen gehen.“

 

Er hatte recht. Das Ticket war blitzschnell gebucht, für eine Person. Ich packte nur das

notwendigste. Darunter mein Telefon, falls irgendetwas sein sollte und das Buch

natürlich.

 

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London

 

Kaum gelandet, wechselte ich Geld und sprang in eines der grossen, schwarzen Taxen.

Ich liess mich bis vor die Bücherei fahren. Grandios. Es war mein erstes Mal, dass ich in

England war. Zuerst erschrak ich, als das Taxi losgefahren war, denn der Fahrer fuhr

links auf der Strasse, nicht wie bei uns rechts. Aber dann viel mir ein, das hier Linksverkehr war. Der Taxi Fahrer sah mich über den Rückspiegel belustigt an. Er hatte

bestimmt öfter Fahrgäste, die es nicht gewohnt waren links zu fahren und zusammenzuckten. Wie auch immer. Die Bücherei, war nicht nur sehr alt, sie war auch in einem angemessenen Gebäude. In einem Schloss. Es war kein Meisterwerk um sehr schnell rauszufinden, dass es mehr ein Museum war und man nicht jedes Buch einfach ansehen durfte. Dicke Glasplatten lagen über den Regalen. Kleine Schlösser eingelassen in dem Glas, machten es unmöglich ohne Aufseher sich ein Buch zu nehmen.

 

In dieser riesigen Halle, wo der Boden wie die Wände aus dem selben Stein war. Dicke

graue Quader. Fenster wie in der Kirche, aus buntem Glas. Das Licht, das durch die letzten Strahlen der Sonne einfiel, verwandelte diese riesige Halle in eine Märchenwelt. Links und rechts waren die riesigen Regale, die mehrere Meter zu der Decke ragten, die ewig hoch schienen. In der Mitte der Halle war eine Information. Ich lief durch die Halle und meine Schritte hallten zurück. Mich hätte es nicht gewundert, wenn hier ein Geist

vorbei geschwebt wäre. Aber es kam keiner. Als ich angekommen war, sah ich eine alte

Frau am Schalter sitzen. Sie sah der alten Frau aus unserem Buchhandel sehr ähnlich

und ich beschloss auf englisch so freundlich wie möglich zu sein, denn wenn sie mich

nicht leiden würde, gäbe es bestimmt gar keine Chance an das Buch zu kommen.

 

„Hallo. Ich bin aus Deutschland und habe gehört, dass Sie ein Buch über einen

Zwergdrachen haben. Dürfte ich mir dies wohl bitte einmal ansehen?“

Sie blickte über den Rand ihrer dunklen Brille. „Hier kann man keine Bücher ohne

Voranmeldung ansehen. Haben Sie eine?“

Ich hatte natürlich keine und Zeit hatte ich auch nicht, um jetzt eine Anmeldung zu

machen. Matthias hatte 4 Pizzen zu Hause, aber ich wollte ihn nicht länger als nötig

alleine lassen.

„Bitte! Ich bin nur hier her geflogen, um dieses Buch zu sehen. Mein Flug zurück ist

morgen und da wartet ein Kind schon auf mich. Ich muss dann da sein. Machen Sie doch

eine Ausnahme.“

Ihre Falten, die eben noch im Schlaf gelegen hatten, schienen zu erwachen. Ihr Gesicht

veränderte sich zusehends. Die Mundwinkel zogen sich zuerst nach unten, dann wurde

das ganze Gesicht schwer und alle Falten ballten sich zu einem sehr unfreundlichen

Gesicht. Es war schon fast zum Gruseln und für einen Moment dachte ich wieder an das

Gespenst der Burg. Vielleicht gab es ja doch Gespenster. Wenn ja, dann war sie vielleicht

eins. Ich wollte schnell etwas sagen, doch da schoss es aus ihr heraus:

„Glauben Sie, ich mache hier nach 60 Jahren Dienst nach Vorschrift auf einmal für einen

daher gelaufenen Mann eine Ausnahme und riskiere meine Rente? Wollen Sie eine alte

Frau auf die Strasse schmeissen? Wollen sie das?“ Sie zischte das so scharf, dass ich

zusammen zuckte.

„Natürlich nicht. Ich glaube, es reicht mir schon, wenn ich es einmal ansehen dürfte,

durch die Scheibe. Ich möchte es nur einmal gesehen haben.“

Ohne mich noch einmal anzusehen, wies sie mit ihrer Hand auf eines der hinteren

Regale.

Das kam mir sehr bekannt vor. Ich lief schnellen Schrittes und verschwand dann

zwischen zwei Regalen. Unmengen an Bücher. Welches konnte es nur sein?

Da waren dicke, grosse, bunte, in Leder gebunden, lose Blätter und - da war ein kleines

Buch. Es war nicht groesser als meine Hand und der Einband sah angeschmort aus. Die

alte Schrift auf dem Einband lautete: „Zwergdrachen.“

Ich hatte es. Da lag es vor mir. Es war sogar in Reichweite. Ich hätte nur meinen Arm

etwas strecken müssen und schon hätte ich es gehabt, wenn, ja, wenn da nicht das Glas

gewesen wäre. Was sollte ich tun? Noch knapp eine Stunde, dann würden sie hier

schliessen und ich müsste mit leeren Händen gehen. Nein, das durfte nicht sein!

Ich war verzweifelt, so nah und doch unerreichbar. Ich überlegte, ob ich die Scheibe

einschlagen sollte, aber dann würde man mich ins Gefängnis werfen. Das würde

noch länger dauern, bis ich wieder zu Hause wäre und das Buch hätte ich dann

dennoch nicht. Es musste mir etwas einfallen,.. es musste,... muss...

 

Manchmal, wenn man gar nichts mehr erwartet, kommt alles von ganz alleine. Nicht ganz,

aber eine kräftige Hilfestellung kam. Ein junger Mann rollte ein kleines Wägelchen vor

sich her, auf dem einige Bücher lagen sowie Papiere. Er rollte es zu der alten Frau an

der Information, dann hörte ich, wie er sagte, er würde alles in einer Stunde abholen.

Dann verliess er die Halle. Nur wenige Minuten später nahm die alte Frau einen der

Zettel und ging zu einem der Regale, die weit auf der anderen Seite von mir standen.

Dort verschwand sie. Ich nutzte die Gelegenheit und lief zu ihrem Tisch. Da lagen alle

Suchaufträge von Professoren, die sich mit einem Antrag Bücher von dem jungen Mann

 bringen liessen. Vielleicht zur Ansicht oder zum Restaurieren. Ich wusste es nicht

und weiss es bis heute nicht. Ich schrieb neben dem blauen Kugelschreibergekritzel, mit

meinem leider schwarzem Kuli das Drachenbuch dazu, dann lief ich wieder zu einem

weiter entferntem Regal, versteckte mich wie ein Kind beim Spielen dahinter und

beobachtete sie. Ob sie es merken würde? Was, wenn sie es tatsächlich rausnehmen

würde und der junge Mann es direkt mit nehmen würde. Oh, ich war noch lange nicht

an meinem Ziel. Sie sortierte Bücher nach und nach, bis sie an das Drachenbuch kam.

„Komisch!“ hörte ich sie. Sie lief zu dem Regal, öffnete es und holte mit speziellen

Handschuhen das kleine Buch ganz vorsichtig heraus. Langsam, sehr langsam, selbst

für sie, lief sie zu ihrem Informationstisch zurück. Innerlich machte ich schon einen

Freudensprung. Ich könnte es jetzt schaffen, ich könnte,... Da hob sie das Buch mit

einem Mal in die Luft und rief: „Kommen sie raus! Haben sie gedacht, Sie könnten mich

reinlegen?!“

Ich kam aus meinem Versteck. Ich traute mich nicht ihr in die Augen zu sehen, nicht,

weil ich ihr Gesicht fürchtete, sondern weil ich mich schämte.

Als ich vor ihr stand, mit gesenktem Kopf, hörte ich sie sagen: „Wir schliessen gleich.

Hier nehmen sie die und seien sie um Gottes Willen vorsichtig.“

Sie hatte mit einem Mal eine ganz sanfte Stimme und hielt mir die Handschuhe hin. Ich

blickte in ihr Gesicht und es begann wieder zu leben. Es erwachte. Jede der Falte schien

zu lächeln. Es war ein wunderschönes, freundliches Gesicht. Sie zwinkerte mir zu.

„Na, machen Sie schon. Ich habe selten hier etwas zu lachen und Sie haben mich amüsiert.

Sie drehte sich um und machte ihren Job weiter und suchte noch mehr der seltenen

alten Bücher zusammen. Ich hielt mit den Handschuhen das Buch nun in meinen

Händen.

Ein uraltes Buch! Von dem es wohl auf der ganzen Welt nur noch dieses gab. Kaum als

ich es aufgeschlagen hatte, wusste ich, warum es das Einzige war. Es waren

Aufzeichnungen. Jemand hatte sein Wissen wie in einem Tagebuch festgehalten. Das

Original. Ich musste so viel wie möglich lesen oder, ich konnte es Seite für Seite mit

meinem Handy abfotografieren - was ich auch tat.

Zwei Stunden später sass ich in einer Bar, trank einen Kaffee und versuchte die winzig

kleinen Bilder zu entziffern. Ich musste wohl warten, bis ich zu Hause an meinem

Computer war. So dachte ich, bis zu dem Moment als mein Telefon klingelte.

Es war Matthias und das Telefonat änderte alles.

 

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Juli 2010 Neue Teile

Hallo Stefan, wie geht es dir?“ Seine Stimme klang freundlich, zu freundlich.
„Was ist los Mathias?“ Ich war schroff und das merkte er sofort an meinem Ton.
„Was ist denn bei dir los? Hat es nicht geklappt?“
„Doch. Ich habe alles, was wir brauchen. Hoffe ich. Aber bei dir, bei dir stimmt was nicht. Ich kann es buchstäblich riechen. Was ist los? Brennt das Haus? Liegts du im Krankenhaus? Ist der Drache wieder da und jetzt 3 Meter gross??? WAS IST LOS?!“
„Ich dachte Mama wäre manchmal cholerisch, aber gegen dich, ist sie die Ruhe in Person. Also erst mal, mir geht’s gut. Ich brenne nicht und die Pizza war sehr lecker. Dein Haus steht auch noch und es gibt hier auch keinen King Kong Drachen. Aber da ist dennoch etwas komisches.“
„Mathias, lass dir doch bitte nicht alles aus der Nase ziehen. Was ist komisch?“ Fragte ich ungeduldig.
„Hast du Kaffee getrunken?“
„Was?“
„Was ist an der Frage so schwer zu verstehen? Ich habe dich gefragt, ob du Kaffee getrunken hast?“
„Ja, aber was hat das mit dem Drachen zu tun?“
„Nichts, nur das du ruhig bleiben sollst und wenn du Kaffee trinkst, sehen wir ja, was passiert, du rastest komplett aus.“
„MATHIAS!“
„O.K. Also ich habe etwas herausgefunden, das mir wichtig war, dir so schnell wie moeglich mitzuteilen. Ich habe als ich den Drachen gefüttert habe den kleinen Zuckerstreuer umgeworfen. Es war nicht viel, aber dennoch hat es die Tischplatte leicht bedeckt. Obwohl der Drache nicht mehr hier ist, war er wohl doch noch da. Man kann im Zucker seine Spuren sehen, seine Fuesse und ganz deutlich sein Schwanz, der sich viel Platz geschaffen hat.“
„Erzaehl weiter!“ Rief ich, in der Hoffnung das wir ihn bald wieder einfangen könnten.
‚Das wird dir jetzt gar nicht gefallen. Die Spuren enden an einer Linie auf dem Tisch.“
„Was für eine Linie?“
„Na, da hat etwas gelegen und der Drache ist wohl dort hineingeschlüpft.“
„In was soll er denn rein sein?“
„Wo hast du deine Jacke?“
Mir rann es eiskalt den Rücken hinunter.
„Meine Jacke?“ Flüsterte ich. „Na die ist in meinem Zimmer.“
„Ich glaube, als wir am Esstisch saßen, ist er in deine Jackentasche geschlüpft. Stefan. Er ist nicht mehr bei mir. Er ist,... bei dir.“
Schweigen
Es dauerte einen Moment, bis ich Mathias hoerte: „He grosser, bist du umgefallen? Mach mir nur nicht schlapp. Du musst jetzt voll konzentriert sein. Ich weiss, das man keine Haustiere nach England einfuehren darf. Bei Drachen, werden die bestimmt keine Ausnahme machen. Pass bloss gut auf euch auf.“
„Mathias, wenn das stimmt, dann hätten wir ihn doch gesehen?“
„Keine Ahnung, wie er das gemacht hat. Vielleicht ist er ja wieder zurück geschrumpft?“
Ich legte auf. Mein Kopf brummte und mein Herz schlug so heftig, das ich glaubte, es muesste gleich aus meiner Brust springen. Ich ging sofort zu meinem Zimmer, doch blieb dann erst mal vor der Tür stehen. Was mochte mich wohl erwarten. Ich hatte dem kleinen Kerl doch gar nichts getan. Oder?
Ich schloss so leise auf, wie ich konnte und doch knarrte die Tuer beim öffnen.
Ich knipste das Licht an und betrat vorsichtig den Raum. Auf einen Beobachter hätte ich bestimmt wie ein Agent gewirkt, vielleicht nicht wie ein James Bond, aber immerhin, wie ein kleiner Agent. Ich schlich mich an meine Jacke und hob sie ganz sacht an. Mit einer kleinen Taschenlampe, die immer an meinem Schlüsselbund hing, leuchtete ich vorsichtig in die linke Tasche. Nichts. Dann leuchtete ich in die andere und auch dort war,... nichts.
Da diese Jacke keine Innentaschen hatte, brauchte ich nicht weiter suchen.
Ich wollte so schnell wie ich konnte zum Flughafen doch es gab weit und breit kein Taxi.
„Hey junger Mann!“
Ein alter, dicker Bauer winkte mir zu.
„Ja?“ Antwortete ich.
„Wenn sie ein Taxi wollen, dann müssen sie ein bisschen warten. Die streiken gerade.“
„WAS?“ Fragte ich entsetzt.
„Ich glaube sie haben mich schon richtig verstanden. Die Frage ist also nicht „WAS?“ (er machte mich hier nach, was ich ihm noch heute übel nehme). Die Frage ist, wie kommen sie jetzt weg? Stimmts?“
„Ja stimmt.“ Antwortet ich ihm mosernd.
„Also wenn sie mich fragen würden,...?
Dieser Bauer musste mit Mathias verwand sein. Da er wohl aber meine einzige Hilfe war, ging ich freundlich auf ihn ein. „Ich möchte sie hiermit höflichst fragen, ob sie mir helfen können, von hier weg zu kommen. Ich möchte gerne an den Flughafen.“
Er lächelte breit und kam mit seinen knatschenden Gummistiefel auf mich zu. Jetzt sah ich das sein Blau Kariertes Hemd völlig verschmiert war. Mit was wollte ich gar nicht wissen.
„Also sie geben mir ein paar Pfund und ich gebe ihnen mein bestes Pferd. Es wird sie direkt zum Flughafen bringen. Dann lassen sie es einfach gehen. Es findes schon zurück zu mir.
Ich konnte mir nur all zu gut vorstellen, das unter "mystischem Bauer", bestimmt dieser Bauer in dem Magischen Buch der seltenen Wesen stand. Aber egal. Ich hatte gar keine andere Wahl. Ich willigte ein und Fünf Minuten später, sass ich im Sattel eines Pferdes. Es war gross, dunkel und sehr hoch. Zuerst bewegte es sich nicht, doch als der Bauer dem Pferd auf den Hintern schlug, ging es los. Es war noch immer nicht besonders schnell, aber schneller als zu fuss gehen, war es schon.
Ich hätte in meinem Zimmer bleiben sollen, aber Mathias war alleine  zu Hause ich musste einfach den nächsten Flug zurueck nehmen. Ausserdem war der Drache bestimmt noch in der Wohnung. Ich war bestimmt schon 10 Meilen geritten, als ich mir mein Handy aus der Tasche zog. Ich tippte ein wenig darauf rum und konnte schliesslich den Zoom aktivieren. Jetzt konnte ich lesen, was ich fotografiert hatte.





                                Teil 1 Des fotografiertem aus dem Tagebuch  


„Hallo. Ich moechte mich dir Leser vorstellen. Ich bin Peter Paul. Ich bin 18 Jahre alt und schreibe dies auf, weil ich mir sicher bin, das meine Aufzeichnungen einst jemanden helfen koennen. Ich bin Heute das erste Mal in die verbotenen Höhlen gegangen. Ich war alleine. Eine Fackel leuchtet mir. Ich wollte einfach nicht auf meinen Vater hören. Er hatte mir gesagt, das die Hölen verhext seien. Kaum als ich auf dem oberen Absatz angekommen war, hörte ich auch schon ein Warnendes Geräusch. Es klang, wie ein furchtbares grächtzen. Ich liess mich nicht abschrecken. Der alte Ben hatte mir erst letzte Woche gesagt, das er glaube es sei Gold in den Hölen und das nur jemand das Gerücht verbreitet habe um Fremde fern zu halten. Egal. Ich war nun da und zum umkehren, war es zu spät. Ich lief in die Höle und das Geräusch wurde immer lauter. Im schein der Fackel sah ich etwas huschen, gross, wie eine Maus oder eine Ratte vielleicht. Ich ging dennoch tiefer. Mit einem Mal, wurde es hell. Kleine Feuerstrahle schossen aus vielen kleinen öffnungen im Felsen.  

Ich habe diese Buch den Zwerg Drachen gewidmet und dir lieben Leser.
Diese Geschichte soll dir versinnbildlichen, was sie können.
Ich sah die Feuerstrahle, nicht aber die kleinen Drachen.
Weißt du warum?
Pass auf!
Sie sind unsichtbar!!!“

-Ende des ersten Eintags-


Was?????  
Erschrocken fuhr ich hoch. Unsichtbar? Dann könnte er ja doch in meiner Jackentasche gewesen sein?! Ich griff vorsichtig in die Tasche. Nein, kein Drache. Aber was war das? Ich hatte ein Loch in meinem Futter. Es war frisch. Zu Hause war es noch nicht. Da war ich mir sicher. Ich tastet meine Jacke ab, fuehlte aber nichts. Ein hauch von Wind huschte ueber meine Schulter und dann sah ich ihn im Mondenschein.
Der Drache war tatsächlich mit mir unbemerkt nach England geflogen und was noch viel schlimmer war, er hing an der Mähne des Pferde und kletterte flink auf den Kopf des Tieres. Er stand jetzt zwischen den Augen des Pferde und tat, was er am besten konnte. Er spieh Feuer in die Luft.

Euch ist sicherlich jetzt schon klar, was passierte. Wie ihr euch erinnert, wollte ich zum Flughafen. Ausserdem bin ich kein guter Reiter. Naja, vielleicht sollte ich sagen , war ich kein guter Reiter. Das Pferd bäumte sich auf. Ich hielt mich fest, so gut ich konnte. Mit einem lauten wihern, schoss es davon und mit mir oben drauf. Es dauerte sehr lange, bis das Pferd wieder ruhig wurde und dann völligst entkräftet ganz hielt. Mein Hintern fühlte sich von dem super schnellem Ritt gar nicht gut an. Alles tat weh. Dafür waren die Tränen aus meinen Augen gewichen. Ich hatte nicht vor Angst geweint. Oh nein, das Pferd war so schnell. Ist ja auch egal. Der Drache war noch immer sichtbar. Er hatte sich die ganze Zeit festgehalten in der Mähne des Pferdes. Auch er war sehr müde. Ich kletterte von dem grossen Pferd hinunter und konnte gerade noch meine Hand aufhalten um Bert aufzufangen, der kraftlos die Haare des Pferdes loslies. Sanft landete er in meiner Hand.
Was sollte ich nur mit ihm machen. Loch Ness, war nicht mehr so weit von hier. Ich koennte ihn einfach hier aussetzen, dann hätten die Leute endlich ihren Drachen hier und ich meine Ruhe. Gerade als ich gefallen an der Idee fand, klingelte mein Telefon.„Stefan? Was ist. Hast du ihn gefunden?“
Ich wollte ihn anlügen, aber weil ich eigentlich nie Lüge, kam die Wahrheit einfach so aus meinem Mund.
„Ja, ich habe ihn gefunden. Er ist in meiner Hand.“
„Was? In deiner Hand? Hast du gar keiner Angst mehr vor Bert?“
Da wurde mir erst klar, das ich einen Drachen in der Hand hielt. Einen echten Drachen.
Ich sah ihn an, den kleinen erschöpften Kerl. Er war nur wenige Tage alt und hatte schon so ein grosses Abenteuer hinter sich. Er lag friedlich auf meiner flachen Hand und schlief. Er schlief und ich fühlte mich verantwortlich für sein Leben.
„Mathias. Ich weiss noch nicht so genau, was ich mit ihm machen werde, aber ich habe nicht vor ihn wieder mit nach Deutschland zu bringen. Ich glaube ich lasse ihn einfach irgendwo am Loch Ness. Reg dich nicht gleich auf. Ich werde erst mal einen ruhigen Ort finden, dann nach Hause kommen und dann überlegen wir weiter O.K.“
„Du willst ihn alleine lassen? Er ist noch viel juenger als ich. Und obwohl er mich mag, ist er bestimmt nur mit dir mit, weil er glaubt, das du seine Mama bist. Da gibt es Berichte, ueber Tiere, die aus dem Ei schlüpfen und das erste Wesen das sie sehen als Mama annehmen. Sorry, aber du hast jetzt die Verantwortung und Liebe dieses Drachen. Lass dir ja nicht einfallen ihn auszusetzten, sonst rede ich nie mehr mit dir.“
Es klickte und Mathias war weg.
Was sollte ich nur tun? Er gehörte in die Freiheit. Irgendwo ins Grüne, aber er brauchte auch einen Beschützer, bis er selbst auf sich aufpassen konnte. Ich hatte nicht vor, in eine Höhle zu ziehen, wie in dem Buch. Das Buch,.. Na klar. Ich sollte weiterlesen und das tat ich dann auch.





Teil 2 des fotografiertem aus dem Tagebuch



„Hallo lieber Freund. Wenn du dieses liest, dann hat das wohl zum Grund, das du dich interessierst, für  Zwerg Drachen, Vielleicht hast du sogar einen. Nun, ich bin damals aus der Höhle geflohen, aber meine Fackel viel zu Boden und erlosch in einer Pfütze. Damals wusste ich noch nicht, das Diese Drachen in Holz und Wasser nisten. Ich habe meine Fackel in der Dunkelheit gesucht und gefunden. Sie war die einzige Waffe, die ich hatte. Ich schleppte sie mit mir, bis ich zu Hause angekommen war und in mein Bett viel. Der Drache schluepfte später wohl aus dem Holz der Fackel. Wie alles genau geschah, kann ich dir nicht erzählen. Die Zeit drängt.
Ich habe etwas angefangen, das ich nicht wollte und werde dafür bezahlen müssen. Du lieber Leser seist gewarnt. Die Zwergdrachen sind nur so klein, solange sie in dieser Höle sind, aus der ich sie holte. Sie wachsen. Sie wachsen sehr schnell und sie trennen sich nie von ihrer Mutter oder die, die sie für ihre Mutter halten. Es gibt eine Zeichnung in diesem Buch, dort musst du ihn hinbringen. Jetzt!“


-Ende des zweiten Eintrags-


Das alles klang albern, aber die Tatsache, das ich einen Drachen noch immer in der Hand hielt, zeigte mir, das es keineswegs albern war. Ich musste zu den Hölen. Ich blätterete weiter auf meinem Telefon und fand schliesslich die Karte.
Die östliche Seite von Loch Ness. Na klar, dachte ich. Wenn einer nur der Zwergdrachen aus der Hoele entkam, dann wuchs er und solange er am Wasser war, sahen manchmal Menschen ihn. Die glaubten dann, das Monster von Loch Ness gesehen zu haben, aber eigentlich, war es nur einer der Zwergdrachen, die aus welchem Grunde auch immer die Höle verlassen hatte.
Ich setzte mich kurz um zu verschnaufen. Die Sonne ging bereits auf und ich schlief im sitzen völligst übermüdet ein.
Als ich wieder aufwachte, stand die Sonne hoch am Himmel. Es war schon Mittag und ich hatte bestimmt sechs Stunden geschlafen. Das Pferd war verschwunden.
Wo war der Drache?
Hohes Gras stand um mich. Es war wohl ein Feld, in dem wir gestoppt hatten. Wie sollte ich den Drachen hier finden, vorausgesetzt, das er sichtbar war.
Ein tiefes Donnern erklang wenige hundert Meter vor mir. Ich versuchte zusehen, was es war oder sein koennte, aber das Gras oder Korn stand zu hoch. Was haette ich gegeben, wenn ich besser in der Schule aufgepasst hätte und jetzt wenigstens euch sagen könnte, was hier wuchs. Aber egal, denn da kam etwas durch das Korn auf mich zu. Die grossen Ähren bogen sich immer schneller. Was war das, gross wie ein Hund, schnell wie ein Gepard. Immer scheller schoss es auf mich zu. Ich wollte erst fliehen, aber als ich sah, wie schnell es war, wurde mir klar, das ich keine 5 Sekunden mehr hatte, dann würde das Ding bei mir sein. In meiner Angst rief ich:
„BERT!“
Das Ding schien noch schneller zu werden. Noch 4 Meter, drei, dann wurde es langsamer und schliesslich stand es vor mir.
Ich war geschockt, wie noch nie zuvor in meinem Leben, aber auch erleichtert denn, es war Bert.
Er laechelte mir zu, wedelte, wie ein Hund mit dem Schwanz, aber er war jetzt so gross, wie ein Schäferhund.
Hallo, ihr da draussen,... Ich habe gesagt, so gross, wie ein Schäferhund. Koennt ihr euch das vorstellen. Er war einfach gigantisch gewachsen. Was sollte ich denn jetzt tun? Einfach weiterlaufen, in das nächste Ort, mit einem Drachen an meiner Seite? Die Leute würden mich doch bestimmt fragen, was das Monster neben mir macht. Was wäre, wenn ihn jemand angreifen würde aus Angst und Bert würde alles niederbrennen? Was, wenn er 10 Meter morgen gross wäre? Oh, oh, mir gingen viele Fragen durch den Kopf, doch eines stand fest. Bert würde nicht so leicht von meiner Seite weichen. Also einfach wegrennen war nicht. Das bedeutete auch, das ich nur hoffen konnte, das er auch freundlich war. Er lächelte mir zwar zu, aber was, wenn er mich jetzt gleich fressen würde. Er war immer hin ein Drache. Ein Zwergdrache, der jetzt alles andere als ein Zwerg war. Bert kam langsam näher und stupste mich mit seiner Schnauze. Was wollte er nur. Wollte er zurueck in die Tasche? War er so dumm, das er selbst nicht gemerkt hatte, das er gewachsen war?
Das Korn war einfach riesig. Ich konnte nicht hinüber sehen. Das war mir nicht aufgefallen, als ich mit dem Pferd in der Nacht hier angekommen war. Leider stand nichts in dem Buch, wie gross Bert werden koennte und das bereitete mir ein sehr ungutes Gefühl. Ich musste einen klaren Kopf bekommen und wollte ein wenig laufen.
Das Korn war sehr merkwürdig. Es war sehr hoch, hatte aber keine Ähren. Was war das hier für Zeug? Es war Mannshoch. Ich lief fast eine Stunde doch es war sehr anstrengend und ich ruhte mich an einem Stein aus. Ich hatte das Gefuehl im Kreis gelaufen zu sein. Mein verdacht bestätigte sich kurz darauf, aber leider machte ich zuerste eine furchtbare Erfahrung.

-----------------------------------------Schnipp-------------------------------------------------------------


Die Sonne schien durch das riesige Korn zu mir und erwärmte mein Gesicht. Ich genoss es und versuchte einen Moment nicht an Drachen und merkwürdige Wesen und Ungeheuer zu denken, als sich mit einem mal der Himmel verdunkelte. Das war insofern merkwuerdig, weil eben noch der Himmel ganz ohne Wolken war. Noch bevor ich meine Augen öffnete, bewegte sich der grosse Stein an den ich lehnte und ein beben fuhr durch den Boden. Ich riss meine Augenlieder auf. Der Stein erhob sich in die Luft. Bert, der eben noch neben mir lag, rannte davon und ein lauter Schrei durchschnitt die Luft. Ein bekanntes Geräusch und doch so fern und Laut. Mit einem Sprung warf ich mich in die geglaubte Sicherheit. Der Stein fuhr wieder zu Boden mit einem Stampfendem Geräusch. Ich blickte um mich und versuchte zu verstehen, was hier vor sich ging. Mein Kopf schmerzte vom angestrengten Denken und dann kam ein gigantisches Maul auf mich zu. Es war so gross, das es mich leicht mit einem Haps verschlucken konnte. Ich wusste, das ich mich bewegen musste, aber meine Beine versagten. Die Angst und der Schrecken lähmten mich. Das Maul oeffnete sich weit. Ich sah die Zaehne, die nicht spitz, aber sehr gross waren. Das Maul setzte neben mir an und riss Korn aus dem Boden. Ich sah nun den Kopf des Monsters und jetzt verstand ich die Welt nicht mehr. Direkt neben mir blickte ich in ein Auge, das fast so gross war wie ich. Ein liebevoller mitfühlender Blick.
Es war das Pferd. Wie konnte das sein? War es, weil Bert auf ihm gesessen hatte auch gewachsen? Würden alle Tiere, die Bert begegneten jetzt auch wachsen? Weil es die ganze Woche sehr trocken war, hatte ich noch keine Tiere gesehen, bis auf jetzt und dann noch so gross. Ich hatte von dem Pferd nichts zu befürchten ausser, das es mich versehentlich tottrampeln wuerde. Ich blickte mich hilfesuchend um und sah einen Hügel, der mir zuvor nicht aufgefallen war. Ich rannte hinauf um endlich die Gegend ueberblicken zu koennen. Kaum als ich oben angekommen war, bebte der Boden schon wieder, aber das Pferd stand bewegungslos an seinem Platz und frass. Wo kam das beben her? Da oeffnete sich unter mir der Boden. Mit einer Hechtrolle, hechtete ich gekonnt zur Seite, gerade noch rechtzeitig um dem Auszuweichen, was da von Unten jetzt kam. Ich sah zuerst eine Hand, wie eine Schaufel gross, dann noch eine und schliesslich der behaarte schwarze Kopf. Es war ein,.. ein,.. Es war ein riesiger Maulwurf. Er war groesser als ich!
Was war nur geschehen? Träumte ich? War es das? Ich zwickte mich in den Arm so fest ich konnte und es tat sehr, sehr weh.
Ich war wach und das hier war real.
Der Maulwurf verschwand nur Sekunden später wieder in der Tiefe der Erde. Ich stand noch immer auf dem Huegel und blickte mich um. Das Feld war gigantisch groß. Ich sah in den Himmel und ein weiterer Schrecken durchfuhr mich. Vögel, so gross wie Busse flogen dicht ueber das Feld. Das verrueckte war, sie sahen aus wie Kraehen.
Genau in diesem Moment, wurde mir es endlich klar. Das Pferd, der Maulwurf, die Vögel, Bert. Sie waren nicht gewachsen. Das Feld, das Grass ohne Ähren. Es war eine Wiese, eine ganz normale Wiese und ich, ich war geschrumpft.


 Ich durchsuchte meine Taschen. Alles war ich an mir hatte war mit mir geschrumpft. Mein Geld, Schlüssel und auch mein Handy. Das war Glück im Unglück. Ich öffnete den dritten Eintrag.






Teil 3 des fotografiertem aus dem Tagebuch


„Lieber leser, wenn du das hier liest, dann warst du nicht schnell genug. Der Drache wächst bis zu einer bestimmten grösse und dafür schrumpft sein Besitzer im gleichen mass. Du musst noch immer die Höle erreichen, aber dürfte es jetzt noch viel schwerer für dich sein. Wenn du dich nicht beeilst, ist es bald unmöglich. In den nächsten 4 Tagen, wird der Drache zu einem Riesen werden. Andere werden ihn sehen und jagen. Wenn er stirbt, bevor du wieder deine normale grösse erreicht hast, bleibst du so winzig für immer. Nur in der Höle kannst du es rückgaengig machen. Beeile dich. Der Drache ist dein Kind, dein Freund und er wird solange er dich sehen und hören Kann auf dein Wort gehorchen. Er ist sehr kraftvoll und braucht dich. Ohne deine Hilfe und deinen Schutz, wird er durch Menschen Hand sterben.

-Ende des dritten Eintrags-






------------------------------------------Schnipp--------------------------------------------------------


„Mathias! Hör mir genau zu. Ich weiss nicht ob ich dich noch oft anrufen kann. Ich muss den Akku sparen um mir zu gegebener Zeit die Fotos anzusehen, die ich von dem Buch gemacht.“ Ich erklärte ihm alles. Mathias wollte sofort Geld von seiner Mutter erbitten und mir zu Hilfe eilen. Da ich aber nicht wusste, was mich noch erwartete und welche Gefahren drohten, wollte ich Mathias nicht hier haben. Vielleicht würde er dann auch schrumpfen. Mal abgesehen, das es fast unmöglich war uns kleinen Wesen im Gras zu finden. Noch stand das Pferd in unserer Nähe, aber wie lange noch. Das Pferd!
„Mathias ich muss jetzt auflegen. Ich weiss nicht, ob wir uns wieder hören. Ich liebe dich kleiner Mathias! Vielen lieben Dank, das du mich besucht hast. Hoffentlich sehen wir uns bald mal ohne Drachen und Stress. Bis bald.“
Ich wartete nicht mehr ab, sonder legte auf. Wir mussten so schnell als möglich auf das Pferd. Mit diesem konnten wir es Schaffen. Die Hölen waren noch gut 30 Kilometer von hier entfernt. Zu Fuss für einen normal grossen Menschen, in einem oder zwei Tagen leicht zu erreichen, aber fuer mich nicht in 3 Wochen. Das wäre unser aus. Wo war Bert. Ich rief ihn. Das war wohl zu laut, denn das Pferd erschrak und rannte davon. Unsere einzige Chance galoppierte davon. Aus vorbei.
Dann kam Bert. Irgendwie, hatte ich ihn anders in Erinnerung. War ich wieder geschrumpft? Nein, Bert war schon wieder gewachsen. Davor war das Pferd erschrocken. Nicht von meinem rufen, sonder Bert war jetzt so gross wie ein Hase.
Es ist schon sehr interessant, wie schnell man sich an einen Drachen gewöhnen kann. Es war so selbstverstandlich, das er da war, das er zu mir kam. Wir sahen uns an und es war ein tiefes fühlen. Wir brauchten einander. Es war wirklich so, wie ein Kind seine Mutter ansieht. Liebevoll und voller vertrauen. Noch vor wenigen Tagen, war er in meiner Tasche in dem Glaszylinder fast erstickt und jetzt? Jetzt stand er vor mich vielfach grösser und ich vertraute ihm. Ich kletterte auf seinen Rücken und zeigte in die Richtung der Hölen. Wie ich auf den Rücken kam? Gute Frage. Bert hat auf seinem Ruecken einen Kamm, wie eine Treppe. So kletterte ich über seinen Schwanz, auf seinen Rücken und hielt mich an seinen Ohren Fest. Diese waren fest und hart, kleine Haare wuchsen an den spitzen Enden. Ich saß jetzt auf dem Rücken eines Drachen. Eines echten lebendigen Drachen. Vielleicht dem letzten dieser Erde. Bis vor zwei Wochen hätte ich jeden ausgelacht, der von Drachen erzählt  hätte, aber jetzt, beschloss ich, wenn ich das hier überleben würde aufzuschreiben und wenn nicht, dann würde Mathias es bestimmt tun.
„Lauf!“ Rief ich Bert zu und der rannte auf seinen zwei Beinen los. Schnell und schneller. Wir waren schon gut eine halbe Stunde unterwegs. Ich rechnete mir aus, das wir wenn wir die Geschwindigkeit halten konnten, mit schlafen und Pause morgen früh an den Hölen wären. Gerade als ich aufatmete, blieb Bert stehen. Er hatte etwas gewittert und blickte ruhig in die Luft. Ich folgte seinem Blick. Ein grosser Greifvogel hatte uns in sein Visier genommen. Er glaubte wohl, das wir wirklich ein Hase waren. Wenn auch ein roter und auf zwei Beinen. Er begann über uns zu kreisen. Bert stand noch immer ganz still und beobachtete nur. Ich war wie gebannt. Was sollte ich tun? Bert befehlen loszurennen? Vielleicht sollte ich ihm auch vertrauen? Aber er war doch erst ein paar Tage alt. Wärend ich noch überlegte, stieß der Raubvolgel vom Himmel auf uns zu. Die Flügel angezogen, zischte er durch die Luft. Noch wenige Sekunden und seine Krallen würden uns erfassen und vielleicht schwer verletzen oder sogar töten. Noch 10 Meter, 5, 3, 2, die Beine waren zu sehen. Der Vogel bremste leicht mit den Flügeln ab um uns jetzt zu erfassen. Noch einen Meter, da stieß Bert einen Feuerstrahl aus. Heiss und hell blitzte es aus seinem Maul. Der Strahl berührte den Angreifer, der sofort erschrocken und verängstigt die Flucht ergriff. Seine Fluegel schlugen kraftvoll und so schnell wie er gekommen war, war er jetzt auch wieder verschwunden. Ein merkwürdiger Geruch hing in der Luft. Es roch nach Hühnchen. Scheinbar hatte Bert dem Vogel doch etwas berührt. Auf jedenfall schienen auch andere Vögel den Angriff mitbekommen zu haben, denn sie drehten alle ab. Ich strich Bert über den Schuppigen Kopf: „Gut gemacht mein kleiner.“ Er atmete zufrieden ein.
Nicht weit entfernt, flog ein kleines Flugzeug. Sie schienen wohl das kleine Feuer gesehen zu haben und drehten jetzt ab in unsere Richtung. Wir waren dicht an dem See und die Gefahr, Nessi Jägern zu begegnen war sehr gross. „Wir müssen uns verstecken!“
Egal wo ich hinsah, es gab keinen Stein, der gross genug gewesen wäre und kein Grass, unter dem ich den roten Drachen hätte verstecken können. Was sollten wir nur tun? Wenn sie uns erst einmal gesehen hatten, wäre die Jagt eröffnet und wir würden es bestimmt nicht mehr bis zu den Hölen schaffen.
Das Flugzeug flog immer dichter über den Boden. Jetzt müssten sie uns gleich sehen.
Und zwar genau jetzt,... in diesem Moment machte sich Bert unsichtbar und rannte los. Ich war zu klein um aus einem Flugzeug bemerkt zu werden.
Das Flugzeug kreiste zweimal dann verschwand es kleiner und kleiner werdend am Himmel.
Der Kleine lief und lief. Ich wurde ordentlich durchgerüttelt und am Abend hatte ich keine Kraft mehr um mich fest zu halten und Bert war auch sichtlich erschöpft.
Er machte sich im Schutz der Dunkelheit sichtbar und dann schlief er ,sich auf die Seite, legend ein. Ich legte mich an seinen Hals. In diesem Moment, begann er zu schnurren, wie eine Katze.


Bert und ich gehörten zusammen. Vielleicht nur noch für wenige Tage, aber hier und jetzt brauchten wir einander und wir waren für einander da.
Die Nacht war klar und die Sterne standen hell und funkelnd zu Millionen am Himmel.
Wir waren nur noch wenige Kilometer von den Hölen enzfernt. Morgen wuerden wir noch vielleicht eine halbe Stunde brauchen, dann waren wir da. Dann wären wir endlich da,.... „Gute Nacht Mathias. Gute Nacht Bert.“
Ich sprach die Worte in die Nacht hinein und dann senkten sich die Träume über uns.




------------------------------------Schnipp-------------------------------------------------------------





                Alles ist anders



Ich erwachte bei Sonnen Aufgang. Ohne mich gross umzusehen, schaltete ich gleich mein Telefon ein und blätterte auf die Foto Seite.



Teil 4 des fotografiertem aus dem Buch

„Hallo Stefan.“
Was? Da stand doch tatsächlich mein Name. Das konnte unmöglich sein. Wie sollte vor hunderten oder noch mehr Jahren jemand gewusst haben, wer ich bin? Das ich das Buch finde? Die Seiten hatten auch immer genau gepasst. Vielleicht haette ich einfach weiter lesen sollen.
„ Du hast es fast geschafft! Die Hoelen sind über dir und doch so weit weg.“
Was meinte er denn damit? So weit war es doch nicht mehr?
„Wenn du es schaffst die Höle zu betreten, wirst du in eine andere Welt gehen. Alles was du hier siehst, wird dir fremd und freundlich erscheinen. Aber du bist hier ein Eindringling. Niemand wird dich hier haben wollen. Sei gewarnt. Die Höle wird beleuchtet von einer grossen Sonne. Geh oder kletter immer weiter in ihre Richtung. Wenn du sie berühren kannst, musst du weiter lesen. Erst dann. Und jetzt los!!!“

-Ende des vierten eintrags-
Ich blätterte weiter, auf die nächste Seite doch diese war leer.
Noch verwirrter als zuvor, versuchte ich das gelesene zu verstehen.
„Die Hölen sind über mir und doch so weit weg?“
Was meinte er damit?
Ich wollte Bert wecken, aber dann verstand ich, was er gemeint hatte.
Mein Kopf hatte an Berts Hals gelegen. Von hier aus, konnte ich gestern noch seine grossen Wangen und Zähne sehen. Ein Zahn war gestern noch so groß, wie meine Hand. Er selbst so gross, wie ein Hase. Heute sah es schon wieder anders aus. Er war gewachsen. Er war so gross wie ein Pferd und vor allem auch unglaublich hungrig. Sein Magen brummte wie von einem ausgewachsenem Bären. Das war aber noch nicht das schlimmste.
Ich war geschrumpft. Ich war so gross, wie eine Biene, nur ohne Flügel und weniger Beine und gestreift war ich auch nicht. Ich sah für einen Moment ganz klar.
Wenn ich nicht gleich zu Bert klettern würde, dann hätte ich sobald er stehen wuerde gar keine Chance mehr.
Es hieß, das er mich sehen oder hören müsste. Also war die einzige Möglichkeit, in sein Ohr zu kriechen um mit ihm zu sprechen.
Es war keine Sekunde zu früh. Er begann sich zu rekeln. Ich lief zu seinem Maul. Das war jetzt riesig gross. Seine Nasenlöchern musste ich ausweichen, denn jedes ein und aus Atmen stellte eine Gefahr für mich da. Er könnte mich einsaugen und ich wuerde in seiner Nase vielleicht für immer verloren gehen oder er Atmete aus und ich würde weit weggeweht werden. Beides nicht sehr hilfreich. Also kletterte ich auf seine Lippe, von dort, sprang ich über eine Zahnreihe hinweg, zu seinen Augen.  Er oeffnete in diesem Moment seine Augen. Ich war ja soooo klein, doch er erschrak nicht, bewegte sich nicht. Er wusste wohl was ich vor hatte. Er liess mich an seiner Augenbraue hochziehen und in sein Ohr klettern, dann stand er auf. Ich hielt mich an zwei Ohren Haaren fest.
„Bert, wenn du mich hören kannst, dann brumm doch bitte jetzt.“
Ein lautes brummen erfüllete die Luft.
„O.K. Dann müssen wir jetzt weiter hoch zu den Hölen.“
Ich wusste, das er fuchtbaren Hunger hatte und unbedingt etwas zu fressen brauchte.
Er war so sehr gewachsen, so viel gelaufen und jetzt brauchte er Nahrung.
„Du musst mich nur bis zum Hölen Eingang bringen, dann kannst du fressen, wo du willst und wenn es keine Menschen sind, darfst du auch fressen, was du willst.
Schwer stapfte er los. Der Berg war steil und er lief treu und brav aufwärts. Es waren noch wenige Meter vielleicht 20, als kleine Steine sich lösten. Ich konnte nicht sehen, woher oder ob sie jemand geworfen hatte, aber es hatte furchtbare Folgen.
Bert bekam die winzigen Steinchen auf den Kopf. Sie waren zu winzig um ihn zu verletzen, aber er war zu müde um nachzudenken, also handelte er nur noch instinktiv und schüttelte seinen Kopf. Beim ersten links rechts, flog ich noch umher und hielt mich an einem Haar fest, doch beim zweiten schon verlohr ich den Halt und landete unsanft in einem Strauch weit unterhalb. Obwohl ich gleich nach Bert rief, hoerte er mich nicht. Er kletterte die letzten Meter zu dem Hoeleneingang. Die Öffnung war viel zu klein für ihn. Er wartete, hörte aber mich nicht mehr und nach einer Weile, lief er sehr schnell den Berg wieder hinunter. Er schnüffelte den ganzen Weg entlang, doch hatte er meine Spur verloren. Er schien sich wohl erst mal was zu Essen zu suchen, hoffte ich, denn er verschwand in der Ferne Richtung Loch Ness.
Ich hatte keine andere Wahl, als mich weiter auf den Weg zu machen. Es waren jetzt bestimmt noch 20 Stunden reines klettern ohne Pause. Obwohl ich noch zweimal auf meine Handy die Seiten ansah, stand immer noch das selbe da. Wie konnte ich auch glauben, das sich etwas verändert haben sollte.

 

Wie sollte ich das schaffen ohne Pause. Alleine den Busch herunter zu klettern, dauerte eine Stunde. Er war nicht sonderlich hoch, für einen normalen Menschen, aber für einen Winzling, wie ich jetzt einer war, waren es riesige Tiefen. Ein fehl Griff und ich wuerde in die Tiefe stürzen. Dann wäre alles vorbei. Das durfte nicht sein. Ich schleppte mich noch gut 2 Meter, was fuer mich 200 Meter waren bis ich mich ausruhen musste. Ich würde es nie rechtzeitig schaffen. Obwohl ich nach der Pause nur noch kletterte und lief, war ich spät nachts immer noch nicht an der Höle. Es blieben mir ab Morgen noch 2 Tage und ich brauchte Essen und Wasser. In dieser Nacht frohr ich. Kein Bert war weit und breit zu sehen. Als ich erwachte, fand ich riesige Tautropfen auf einem Grashalm. Ich trank einen und dann noch einen. Das tat so gut. Vor lauter Hunger biss ich in den Grashalm und er schmeckte sogar. Zuerst hatte ich angst, er könnte giftig sein, denn man kann nicht alles essen, was wächst, aber ich hatte Glück. Es dauerte einen weiteren Tag, denn es war weiter als ich dachte und vor allem anstrengender. Am Abend diese Tages erreichte ich den Eingang der Höle. Mir ging es gut. Ich war nur müde, aber hatte zu trinken gefunden und von einer an altersschwäche gestorbenen Fliege gegessen. Ich sah noch einmal auf mein Handy. Dieses Mal war dort eine Nachricht von Mathias. Er hatte mir geschrieben, es wäre dringend und ich sollte ihn unbedingt anrufen, was ich sogleich tat.

„Mathias? Was gibt’s? Alles in Ordnung bei dir?“
„Machst du Witze? Meinst du ich schreibe dir so eine SMS, weil alles in Ordnung ist?
Mann Stefan, ich hoffe dein Hirn ist nicht schneller Geschrumpft al dein Körper.“
„Mathias, ich habe dich wirklich sehr vermisst und vor allem deine motivierenden, aufbauenden Worte. Sprich, was gibt es, das ich meinen kostbaren Akku immer weiter aufbrauche?“
„Zia, wie soll ich es sagen. Da du ja keine Nachrichten siehst, werde ich dir es in kurz wieder geben. Halb England ist auf den Beinen. Ein Mann hat eine Geschichte erzählt. Er war angeln, als auf einmal ein riesiger Schwarm Fische an seinem Boot vorbei zog.  Er wollte ihnen nach, doch da kam ein riesiges Ungetüm. Es war riesig und schoss hinter dem Schwarm her. Es soll sie alle gefressen haben.“
„Und? So Geschichten hört man doch dauernd von Loch Ness.“
„So, hört man das? Auch, das des ein Drache gewesen sein soll, rot und so gross, wie ein gewaltiger Bus. Nicht wie ein Doppeldecker, aber eben gross!“
„Mist, er ist also wieder gewachsen.“
„Er ist nicht nur gewachsen. Es gibt sogar ein Foto von ihm, das ein Mann mit seinem Handy gemacht hat. Sie haben es im Fernsehen gezeigt. Forscher, Jäger und ein Teil des Militärs ist unterwegs. Stefan, wenn die Falschen sich Bert nähern und er Feuer speit, werden sie ihn vielleicht töten!“
„Ich habe verstanden. Danke. Bis später. Ich muss jetzt ausmachen um Akku zu sparen.“
Ich lief in den Eingang, der auch Tags schon unheimlich wirkte, aber jetzt, wo die Sonne unter gegangen war, wirkte es noch unheimlicher.
Ich nahm die Lampe von meinem Schlüsselbund und leuchtete in das Innere der Höle.
Da meine Lampe glücklicherweise mit mir geschrumpft war, konnte ich sie zwar halten, aber das Licht reichte nur für wenige Zentimeter aus.
Ich war erst ein kleines Stück gelaufen, als ich eine kleines Loch entdeckte. Es war gut versteckt und nur, wer so klein war wie ich, konnte es finden. Davor stand in winzigen Buchstaben geschrieben : „Wie oben so unten. Dreh es und du bist zu Hause“
Was auch immer das sollte. Ich hatte keine Zeit für ein Rätzel. Ich lief immer weiter bis ich eine Stimme hörte.
„Hallo?“ Ich blickte mich verwundert um. „ Ja, sie meine ich! Kommen sie doch bitte mal zu mir.“
Ein kleiner Mann, kaum grösser als ich, stand in einem kleinen Seiteneingang, einer Röhre, die ich nie gefunden haette, wenn er nicht mit einer kleinen Laterne da gestanden hätte. Er trug dunkle Blätter als Kleidung, hatte einen Hut auf, der aussah, wie von einer Eichel der Deckel. Was es wohl auch war. Seine Haare waren weiss und ragten unter dem Hut hervor. Auch sein Bart war sehr weiss und lang. Er leuchtete fast, als ich hinüber strahlte mit meiner Lampe. Seine Augen waren gross und dunkel braun. Er hatte spitze Ohren. Seine Nase war dick wie eine Kartoffel und ich hatte keine Ahnung, was für ein Wesen ich da vor mir hatte.
„Was willst du von mir?“ Fragte ich hin vorsichtig.
„Was ich bin, wer ich bin. Alles ohne Bedeutung. Aber von deinem Drachen weiss ich,..  Komm mit und sieh ihn dir an. Er braucht dich.“
Er wusste etwas von Bert. Ob er wohl hier war? Vielleicht war er schon wieder geschrumpft?
„Wo bringst du mich hin?“ Fragte ich erneut.
„Keine Fragen stellen. Nur mir folgen.“
Mit einem ungutem Gefühl folgte ich ihm. Zu meinem Erstaunen, gab es hier auf einmal Stufen, dann eine Treppe, und als wir oben an kamen, gab es hunderte von kleinen Türen. Er öffnete eine und wir traten ein. Dahinter verbargen sich 3 Weitere Türen. Er öffnete die Linke und danach gab es wieder 10 Türen. So ging es eine halbe Stunde lang. Immer durch eine Tür, dann kamen mehrere und so weiter.
Schliesslich wurde ich unruhig. Da stimmte doch etwas nicht und ich fragte ihn.
„wo willst du mich hinbringen? Ich gehe nicht weiter, wenn du mir nicht endlich sagst, wo es hingeht.“
„Du brauchst dich nicht aufregen. Wir sind da.“
Er zeigte mit seinen knochigen Fingern auf einen blanken Stein.
Ich sah ihn mir an und mit einem Mal, wurde er immer heller.
Dann sah ich einen See. Etwas näherte sich dem See. Es sprang in das Wasser. Blaue Farbe, Fische, Pflanzen.  Da, das Wesen, durch dessen Augen ich sah, jagte die Fische. Es war dicht unter der Wasseroberflache. Jetzt zog es an einem kleinen Fischerboot vorbei. Es war, wie Mathias gesagt hatte. Die Geschichte passte. Ich sah hier durch Magie, durch Berts Augen. Er fing unglaubliche Mengen an Fisch, die er verdrueckte. Als er aus dem Wasser stieg, stand ein Mann vor ihm und fotografierte ihn mit seinem Handy. Bert drehte dem Mann den Ruecken zu und sah auf das glatte Wasser hinunter. Sein Gesicht spiegelte sich und ich sah, wie traurig er war. Ich wusste ja nicht, wie viel ich dem kleinen bedeutete. Nun verstand ich es. Ich musste ihn retten. Der kleine Mann sollte mir helfen. Ich drehte mich um, doch der war verschwunden. Wie dumm ich war. Ich hatte die Warnung ganz und gar in den Wind geschlagen. Ich sollte doch niemanden trauen. Jetzt war ich in einem Labyrinth von Türen gefangen. So sehr ich es auch versuchte, ich verlief mich immer und immer wieder. Egal wie viele Türen ich öffnete, kaum als sie sich hinter mir schlossen, befand ich mich wieder in dem gleichen Raum. Ich konnte Bert noch immer sehen. Er sonnte sich wohl am Ufer. Aber ich konnte ihn nicht nur sehen, ich konnte auch hören, was er hörte. Von weiter Ferne rief jemand
: „Ich habe noch eine Leuchtpistole. Wir könnten das Signal jetzt geben."

 

----------------------------------schnipp-----------------------------------
   


Neues von Bert:                                     Jan. 2011 aus Delhi

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Was für ein Signal?

Wer waren die Leute?

Was wollten sie von Bert?

"Die Waffen dürften gleich in Position gebracht sein,...

der Kerl ist einfach riesig. Mit zwei gezielten Schüssen, sollten wir ihn erledigen können. Noch geschätzte 5 Minuten."

 

Was???

Noch fünf Minuten hatte Bert zu leben und ich wußte nicht was ich tun sollte.

Fünf Minuten,..

Ich sah auf den Stein, Bert lag noch immer am Wasser.

Noch vier Minuten,...

Ich kramte nach dem Handy und öffnete die Seite mit den Fotos.

Eine neue Nachricht erschien:

 

 

Teil 5 des fotografierten aus dem Tagebuch:

 

"Stefan beeile dich, er kann dich hören. Ihr beide seid nur noch getrennt durch deine Vorstellung. Ein Band verbindet euch, das den einen wachsen den anderen schrumpfen lässt. Das gleiche Band, lässt keine Trennung zu. Nur deine Vorstellung getrennt zu sein ist die Trennung.

Rette ihn, sonst stirbt er und mit ihm du."

 

-Ende des fünften eintrags-

 

 

"Aber wie,.. wie soll ich das tun?!"

schrieh ich verzweifelt zu meinem Telefon,..

In diesem Moment öffnete sich eine neue Seite.

 

Teil 6 des fotografiertem aus dem Tagebuch:

"So bedingungslos, wie eine Mutter liebt, so unendlich ist auch ihre Hingabe und Möglichkeiten. Du bist der Schlüssel. Du warst es von Anfang an. Durch dich wurde er gebohren, durch dich wird er leben oder sterben. Handle. JETZT!"

 

-Ende des letzten Eintrages-

 

Da stand tatsächlich, des letzten,...

Sollte das das Ende sein?

Ich sah auf die Uhr des Telefons.

Noch eine Minute. Ein Lichtzucken ging durch das Telefon und der Akku gab seinen Geist auf.

 

Ich war jetzt von der Aussenwelt abgeschlossen. Würde Bert sterben, wäre es auch mein Tot. Würde er nicht sterben, würde mich niemand mehr finden. In kürzester Zeit, würde ich nur noch so groß sein, wie ein Staubkorn.

Mein Leben war also so oder so zuende. Aber Bert.

Ich hielt meine Hand auf den Stein, der noch immer sein Bild zeigte.

Eine Stimme dröhnte durch den Stein :"Anlegen und..."

 

"Nein!" Schrieh ich spring, schwimm. Schnell!!!"

Bert schoss hoch und ohne zu überlegen sprang er in den See und tauchte in die Tiefe des Wassers.

Die Kugeln schlugen hinter ihm im Wasser ein, erreichten ihn aber nicht mehr. Für den Moment war er gerettet. Aber für wie lange?

Bert tauchte auf um Luft zu holen. Obwohl er die andere Seite des Sees erreicht hatte, waren schon Hubschrauber dort. Er tauchte auf und blickte auf den Helikopter.

Ich sah noch immer was er sah. Der Pilot war sichtbar durch das Glas und seine Hand lag auf dem Feuerknopf. Er hatte seine Brille abgezogen und war starr vor Verwunderung, Schock und Zauber. Dann schien er aus seiner Starre zu erwachen. Ich sah, wie der Finger den Knopf Drückte.

 

"Nein! Nein! Mein Leben für dein Leben! Nehmt mich! tötet doch mich! Er ist doch noch ganz jung. Ein Kind. Er hat niemanden etwas getan. Nehmt mich!!!!"

 

Der Stein glühte.

 

Der Pilot drückte den Knopf. Eine hochinteligente Rakete wurde gezündet. Sie löste sich aus der Halterung des Helikopters. Mit einem Feuerstrahl, schoss sie auf Bert zu. Nichts würde ihn jetzt noch retten. Er Spieh Feuer. Die Rakete tauchte in die gigantische Feuerwolke ein. Sie blieb unzerstöhrt und flog auf seinen Kopf zu.

 

Ich sah die Rakete auf dem Stein, wie sie auf ihn zuflog, wie sie größer wurde. Ich sah sie immer deutlicher und schließlich sah ich sie ohne Trennung des Steines. Bert und ich waren eins, für einen winzigen Augenblick, schossen mir die Worte in der Höle durch den Kopf.

"Wie oben so unten. Dreh es und du bist zu Hause."

Ich hatte es gedreht. Ich war draußen, Bert war drinnen.

Zum Glück, war ich noch immer Klein, für einen winzigen Augenblick, das war der Moment, an dem die Rakete an mir vorbei zischte in das Wasser tauchte und irgendwo in der Tiefe detonierte. Das war auch der perfekte Moment, weil das Feuer von Bert nicht mehr in der Luft stand, sonst wäre ich geröstet worden.

Ich fühlte Bert. Er war nicht für einen Moment Groß geblieben, er war gleich geschrumpft und wieder in der Höle.

Der Hubschrauber wollte gerade abdrehen, als er mich im unter Sich schwimmen sah.

Ich war normal groß.

Meine Liebe zu Bert und meine Bereitschaft für ihn zu sterben, hatte unser Band vervollständigt.

Die Soldaten fischte mich aus dem kalten Wasser und gaben mir Decken.

Es waren Soldaten. Menschen, die uns schützen wollten. Sie waren nicht böse, sondern sehr nett. Einer gab mir sogar von seinem wärmenden Tee.

Sie suchten das Wasser ab, fanden aber nichts. Sie beschlossen Loch Ness weiter abzusuchen, was wohl bis Heute anhält.

Sie fragten mich was ich dort gesucht hatte und ich sagte ihnen, das ich schlechte Augen habe und eine Meerjungfrau gesehen habe, die mir mit roten Flossen zugewunken habe.

Damit war klar, das ich ein durchgeknallter Tourist war und ich konnte gehen.

Zia,...

Das wars.

Das war meine Geschichte.

Na vielleicht interesiert es euch ja noch wo ich jetzt gerade bin, wo ich das schreibe und wer neben mir sitzt?

Nun neben mir sitzt Mathias, der ist gerade wieder mal zu besuch bei mir.

Er trinkt gerade eine Schokolade.

Und wo wir sind?

Nun, ich habe mein Haus verkauft, und wohne einen Kilometer weit weg vom Loch Ness.

Heute abend gehen Mathias und ich an den See. Man sagt sich nämlich, das man manchmal an Vollmond, einen roten Seedrachen dort sehen kann.....

..... lustig nicht war,... dabei wissen wir, das man ihn immer dann sehen kann, wenn ich Bert aus der Höle hole und wir einige Zeit miteinander verbringen,.. dann schrumpfe ich, Bert wächst und Mathias und ich reiten dann auf Bert durch die Nacht.

Sonst,.. ha, ha,... wer glaubt denn noch an Drachen,...

ICH TUE ES :)