Hallo!
Ich bin Klaus.
Ich möchte dir eine spannende Geschichte erzählen....
Naja, eigentlich ist sie nicht besonders spannend. Es ist ein ganz normaler Tag aus meinem Leben.
Ich bin jetzt 6 Jahre alt und gehöre zu den Opas unter uns Mäusen.
Wir werden nicht so alt wie ihr, aber das heisst nicht, dass unser Leben uns kurz vorkommt. Oh nein.
Deine Welt ist so, wie du sie siehst normal. Für mich ist deine Welt riesig. Ein Weg, den du mit wenigen Schritten machst, laufe ich sogar schneller, aber dafür brauche ich auch viel viel mehr Schritte. So ist alles für uns grösser und die Zeit vergeht anders.
Während ich dir von diesem einen besonderen Tag erzähle, sitze ich in meinem Schaukelstuhl. Ich habe mir ein Stück Käse geholt zum Stärken. Mmmh, wie der riecht,... Mmmh, wie lecker,... oh Käse,... oh du schöneeer Käse,.. (mampf),...
Entschuldigung, die Verlockung war einfach zu gross,
aber genau hier fängt auch meine Geschichte an."
Die Verlockung
Ich war so etwa 7-8 Monate alt. Meine Familie und ich lebten auf einem dunklen Dachspeicher in einer grossen Stadt. Wer meine Familie ist???
Nur mein Vater Paul, meine Mutter Natascha und meine Brüder:
Tim, Tian, Tizian, Tom, Thorsten, Tilo, Timmi, Theo, Tummi, Torben, Till, Taff und Timo.
Dann meine Schwestern: Tanja, Tara, Tina, Tiffi, Tilli, Theodora, Tali, Tuffy, Tekla und Tala.
Jetzt könnte ich dir noch meine Onkel und Tanten mit ihren Kindern und Enkel Kindern vorstellen, aber dann kommen wir nicht mehr zu meinem Tag.
Wie du dir vorstellen kannst, war es ein sehr voller Dachboden. Sehr sehr voll. Das gute war, dass hier die Speisekammer des ganzen Hauses war. Meine Mutter hatte uns hier geboren. Noch nie hatten wir Hunger leiden müssen und noch nie hatten wir einen Menschen gesehen.
Wenn mal einer kam, rief Amos, der Älteste: "LAUFT!!!", und dann liefen wir alle in die Hunderte von Verstecken. Oft waren es tiefe Löcher, die sich tief verzweigten im Boden und den Wänden.
Heute war ich mit Tanja unterwegs. Wir hatten gerade einen Karton an gefressen.
"He! Klaus! Mach mal ein bisschen schneller. Du brauchst ja ewig fuhr das winzige Loch. Hast du Karies oder was?? Zu viel Schokolade gefressen, hm?"
"Hör auf mich zu stressen. Ich nage so schnell ich kann. Ich verbrauche ja mehr Energie beim Nagen, als ich später essen kann."
Gerade als das Loch fertig war, fühlte ich mich sehr unwohl.
"Tanja, lass uns zurück gehen. Irgendetwas stimmt hier nicht."
"Ja, du stimmst hier nicht. Du hast Schiss!"
"Hab ich nicht!"
"Hast du wohl!"
Mit einem Sprung hechtete ich durch das dunkle Loch in das unbekannte Dunkel.
Gerade als ich drinnen war hörte ich eine vertraute Stimme.
"LAUFT!"
Tanja lief. Alle liefen, aber ich klebte an irgendetwas in der Dunkelheit fest.
Zuerst bekam ich Panik, doch dann beruhigte ich mich, Ich sass doch in Sicherheit.
O.k. Ich klebte fest, aber das liess sich später bestimmt lösen - mit Hilfe meiner Familie.
Das Licht wurde angeknipst und schwere Schritte wurden lauter.
Sie kamen näher und näher.
Meine Kiste, in der ich sass, wurde hoch gehoben. mein Herz setzte einen Schlag aus.
********************************schnipp*************************************
Ich versuchte mich zu beruhigen, aber es wollte mir nichts einfallen, das jetzt kommen könnte und schön oder gut sein könnte.
Ich hatte nur Gedanken wie: "Sie werden mich fressen, oder ich werde meine Familie nie wieder sehen, oder es wird jetzt alles ganz traurig und schlimm."
Leider sollte sich davon einiges bewahrheiten.
Ich sah nicht viel, aber das brauchte ich auch nicht um zu wissen, das wir den Dachboden gerade verliessen. Der Dachboden war nicht nur eine riesige Vorratskammer, sondern auch ein Lager für alles mögliche, so auch Klebstoff und genau an dem hing ich nun fest.
Wir blieben aber nicht im Haus. Der Mensch trug mich bis zu einer grossen Kiste aus Blech. Später erst erfuhr ich, das dies Autos sind und ich in den Kofferraum wanderte. Ich weiss noch, das ich schreien wollte, aber es kam kein Geräusch heraus. Der Mensch fuhr mit der Kiste und mir sehr lange, bis das laute Geräusch des Motors verstummte. Meine Eltern müssen sehr getrauert haben. Ich weiss es nicht, denn für mich begann jetzt ein neues Leben.
Der Klebstoff war überwiegend für Holz und einer war auch ein Sekunden Kleber. Na, dreimal dürft ihr raten, an welchen ich klebte. Meine kleinen scharfen Zähne hatten nicht nur den Karton durchgebissen, sondern auch das Metall, in dem der Kleber war. Meine Zähne hatten zum Glück nichts abbekommen, sonst hätte ich jetzt verhungern müssen. Wer hätte mir denn helfen können, mein zugeklebtes Maul wieder auf zu bekommen?
Oh weh, wenn ich nur daran denke, bekomme ich eine Gänsehaut und das bei einer Maus, du kannst dir bestimmt vorstellen, wie ich jetzt aussehe. Ha,ha,....
Entschuldigung, wo war ich?
Ach ja, die Geschichte.
Also die Kiste landete in einem grossen Haus.
Ich hatte die Wahl, für immer hier kleben zu bleiben oder mir den Schwanz abzubeissen.
Ich entschied mich dafür,.. na, kannst du dir es denken?
Genau. Ich liess die Klebeflasche an mir kleben und zog sie hinter mir her. Ha, das hättest du nicht gedacht, hm?
Kaum als ich aus der Kiste draussen war sah ich mich um.
Die Klebeflasche war in etwa so gross wie ich. Das würde auf die Dafür sehr anstrengend werden. Ich hörte etwas rascheln direkt vor mir, vielleicht 20 Meter entfernt. Es war versteckt im Heu. Zwei Augen glaubte ich zu erkennen, die mich musterten. Der Körper war getarnt im Heu.
Ich bewegte mich nicht. Meine Eltern hatten mich vor Katzen gewarnt. Ich hatte keine Ahnung, wie diese Wesen aussahen, aber das sie lange Zähne haben und eine kleine Maus mit einem Haps verschlingen konnten, das hatte ich schon gehört und vorstellen konnte ich mir das auch. Leider.
ganz vorsichtig blickte ich mich um. Etwa drei Meter neben mir war eine Öffnung im Boden. Es könnte für mich reichen, aber was ist, wenn die Flasche nicht mit rein passt? Oh weh, dann würde mich die Katze bestimmt daran raus ziehen. Ich musste es riskieren. Ein letztes Mal blickte ich in das Heu, dann rannte ich los. Das rascheln wurde lauter. Die Katze war aus ihrem Versteck gesprungen und sprintete auf mich zu.
Noch zwei Meter, noch einen. Das Loch hatte grösser ausgesehen, als es jetzt wurde. Es war auch nicht gerade sondern leicht schräg, ich würde also eine Kurve laufen müssen. Dafür war aber keine Zeit. Also würde ich wohl einen harten Harken schlagen und dann,....
Weiter kam ich nicht mit dem Denken, denn dann war ich auch schon davor, schlug den Harken. Dann kam das, womit ich nun wirklich nicht gerechnet hatte. Die Geräusche meines Verfolgers kamen rasend schnell näher. Wie in Zeitlupe holte mich durch das schnelle abbremsen die Klebstoff Tube ein, flog mit meinem Schwanz über mich. Ich überschlug mich. Die Tube flog in das Loch, verstopfte es.Nun gab es kein Entkommen mehr. Dazu lag ich auf dem Rücken, ganz ohne Deckung. Ich schloss meine Augen. mein Verfolger lief die letzten Zentimeter ganz langsam. Das Monster schien den Moment zu geniessen.
Ich weiss noch das der Duft dieses Wesen ein wunderbarer war. So zu sterben, war doch gar nicht so schlecht.
O.k. Wenn man von der Klebstoff Tüte an meinem Hintern mal absieht, war das doch gar kein schlechter Tot für eine Maus oder?
Also ich finde, das wir Mäuse, …..oh ja, die Geschichte.
Ich roch den wunderbaren, besten, unwiderstehlichen Geruch in meinem Leben. Naja, den zweit wunderbarsten, der Beste ist immer noch Käse.
Der Geruch kam näher und ich spürte den Atem auf meinem Fell.
Endlich konnte ich schreien. Und ich schrie und schrie und schrie!
Und dann,.... nichts. Es geschah einfach nichts. Ich wusste nicht, ob ich das Monster mit meinem Geschrei vertrieben hatte oder was das sollte. Ganz, ganz vorsichtig öffnete ich ein Auge.
Neben mir stand die wohl schönste Mäuse Dame, die ich je in meinem Leben gesehen hatte und ich war, du erinnerst dich, schon ganze 8 Monate alt.
Das war das erste Mal, das ich Annabell sah und dann noch Kopfüber.
Sie stand aufrecht auf zwei Beinen und sah mich mit schiefem Kopf an.
"Alles in Ordnung mit dir? Kann man mit dir reden oder schreist du mich gleich wieder an?" Sie lächelte.
Ich vergass alles, meine Entführung, das ich Elternlos war und sogar die Klebeflasche.
Was für ein Lächeln, was für perfekte Nagezähne.
"Hallo, ich bin Klaus und dachte du wärst eine Katze."
Jetzt kicherte sie.
"Hi, hi, hi. Ich und eine Katze. Du bist ja lustig. Die letzte Katze die hier lebte ist gestorben. Leider. Sie war schon sehr alt und hat ihren Frieden mit uns geschlossen. Wir durften von ihrer Milch trinken und dafür haben wir sie massiert. Tja, jetzt sind wir ganz ohne Katze hier und ausser Klitsch und Klatsch die Ratten Brüder, gehts uns gut."
"Ratten?"
"Weisst du was? Ich helfe dir jetzt erst Mal wieder auf die Beine, dann erzählst du mir deine Geschichte und dann erzähle ich dir unsere."
Ich nickte und sie half mir. Es dauere nicht lange und ich hatte ihr alles erzählt.
Ihre Geschichte war auch recht kurz. Die zwei Ratten rauften sich gerne und am liebsten mit den kleinen Mäusen, denn da konnten sie nicht verlieren. "Immer auf die kleinen"'dachte ich. Hier gab es auch eine kleine Familie. Sie war wirklich klein. Es gab so erzählte sie mir 20 Mäuse, für den ganzen Hof. Keiner konnte sich so recht erklären, wo die Mäuse immer hin verschwanden. Aber sobald die kleinen Baby Mäuse 3 Monate alt waren, verschwanden sie, auf unerklärliche Weise.
Das hatte dazu geführt, das keiner mehr Kinder wollte, denn die verschwanden ja eh gleich wieder und dann war die Trauer gross. Annabell war so alt wie ich und eine der wenigen, die übrig geblieben waren.
Nach all den Neuigkeiten, war ich sehr Müde. Wir schliefen bei ihrer Familie in einem grossen Loch, gross genug, für mich und die Flasche.
Ich schlief nicht besonders, denn mir fehlte meine Familie sehr.
Gleich früh am nächsten Morgen schickte uns ihr Vater hinaus auf das weiter weg gelegene Feld. Dort lebte eine grosse, sehr freundliche, alte Ratte. Sie hatte schon oft den Mäusen geholfen. Sie war ebenso weise, wie alt. Sie würde bestimmt einen Weg finden, mich von der Flasche zu befreien.
Es dauerte eine ganze Stunde, bis wir dort ankamen. Immer wieder mussten wir uns verstecken, denn Mäuse stehen auf der Speisekarte von vielen Tieren. Aber schliesslich waren wir am Ziel. Sie lebte unter einer alten Eiche, tief in den Wurzeln. Wir mussten aber gar nicht sie erst suchen. Sie hatte uns erwartet und sass auf einer der Wurzeln im Schatten des Baumes.
Sie hatte eine beruhigende tiefe Stimme, als sie sagte:
"Ihr seit den gefährliche Weg bis zu mir gekommen um jetzt nur eine Nachricht von mir zu bekommen."
"Was?" Fragte ich sauer. "Du weisst gar nicht warum wir hier sind, hörst uns nicht einmal an, sondern willst uns nur eine Nachricht mitgeben? Ist das dein Ernst?"
"Mein voller Ernst. Ich weiss, das du wegen dieser Flasche hier bist, dafür braucht weder weise noch sehr schlau zu sein. Aber es gibt ein Problem zu hause und ihr werdet gebraucht. Jeder einzelne wird gebraucht. Geht jetzt schnell!!!"
Unter grösster Vorsicht liefen wir zurück.
Und wir kamen keine Sekunde zu Früh.
Wir schlüpften unter dem grossen Tor der Scheune hindurch und da sahen wir es!!!
********************************schnipp*************************************
Meine Beine zitterten. Ich sah Annabell an und ihr ging es nicht anders.
Die Scheune war nicht wieder zu erkennen. Der Boden sah nach einem oder mehreren Kämpfen aus, überall lag das Stroh und Heu verteilt, tiefe Kratzer in dem lehmigen Boden. Schluchzen aus allen Ecken. Dann fiel mir der Geruch auf und meine kleinen Nackenhaare sträubten sich sogleich.
"Papa?" flüsterte Annabell.
"Hier, schnell!! LAUFT!!"
Da war es wieder. "LAUFT!!"
Das war auch das letzte, was ich zuletzt gehört hatte, als man mich hierher entführte.
Ich nahm die schöne Mäusin an meiner Hand und wir rannten in das alte, bekannte Versteck.
Wow, der Eingang hatte sich sehr verändert. Es sah aus, als hätte jemand sehr Grosses versucht in die Gänge vorzudringen. Hier waren auch tiefe Kratzer.
Als wir tief im Inneren des Baus waren, sahen , hörten wir ihren Vater.
"Ich bin so froh, das ihr es geschafft habt. Ihr habt ja keine Ahnung, was hier los war! Es ist alles so grausam."
Sein Atem wurde schneller und er musste sich selbst beruhigen, murmelte etwas vor sich hin, das sich anhörte wie: "Bleib ruhig, hier bekommen sie uns nicht."
Dann berichtete er:
"Kaum als ihr weg ward, ging es los. Von draussen war ein Krachen zu hören und wir dachten die Ratten würden sich mal wieder einen Spass machen. Einer ging um nach zu sehen. Nur wenig später, rief er um Hilfe.
Wir waren uns bei der letzten Sitzung einig, das wir uns nichts mehr von den Ratten gefallen lassen wollten, also sind wir alle raus. Gemeinsam liefen wir den Hilferufen nach. Sie kamen von draussen. Normalerweise kann nur einer nach dem anderen durch das kleine Loch in dem grossen Tor, wenn es verschlossen war. Das Loch war aber sehr gross. Ungewöhnlich gross. Noch immer dachten wir, dass es die Ratten waren, aber kaum als wir draussen waren, wurde es uns klar, das es ein Irrtum war. Der grösste und schlimmste.
Armin, der um Hilfe gerufen hatte, lag einige Meter von der Scheune entfernt auf dem Boden. Es sah aus, als habe er eine riesige Schlägerei gehabt, aber die Schatten, die sich lautlos hinter uns näherten bewiesen uns schnell, das es keine Schlägerei, sondern ein Angriff war.
Ich weiss noch, dass einer rief:
KATZEN!
Aber es war zu spät. Sie hatten uns den Weg in die Scheune versperrt.
Es waren drei ausgewachsene, riesige, dunkle Katzen.
Wir waren 18 Mäuse. Armin war Nummer 19, aber den konnte man nicht zählen, denn der lag fast bewusstlos am Boden. Wo sollten wir hin laufen? Zurück konnten wir nicht und sonst war überall freies Feld, die nächsten 30 Meter kein Busch, kein Loch, kein Baum.
Wir mussten etwas tun, sonst würden sie einen nach dem Anderen von uns fressen. Mein Bruder Arthur und Anton sahen zu mir und lächelten mir zu, dass es mir eiskalt den Rücken runter lief.
Pass gut auf dich auf! Wir lieben dich.
Die Katzen schlichen sich näher und Arthur und Anton liefen mit einem Mal nach links und rechts weg. Die Katzen reagierten instinktiv und rasten den Kleinen nach. Es war eine schnelle und kurze Jagd. Anton war auf das offenen Feld gerannt und obwohl er Harken schlug wie ein Hase, so hatte die Katze ihn nach 40 Metern eingeholt. Arthur war in Richtung Bauernhaus gerannt. wenn er es bis zu der Eingangstüre schaffen würde, hätte er eine gute Chance sich in dem Haus zu verstecken. Immer näher kam er dem Haus, doch auch die Katze kam näher. Er hörte sie laut schnauben. Er schaffte den Sprung auf die erste der drei Stufen zu der grossen Veranda. Noch zwei...eine und er war oben. Es waren noch Zentimeter und er würde gleich unter der Tür durch schlüpfen, aber der Himmel verdunkelte sich. Die Katze war über ihn hinweg gesprungen und lag mit offenem Maul vor dem Türspalt.
Zwei der Katzen waren noch immer weg. Nur die grösste der drei Katzen stand noch immer vor der Öffnung der Scheune. Alle hatten mit grosser Angst und Schrecken das Geschehen verfolgt.
Ich erwachte als erstes aus der Starre.
Folgt mir, Ihr mutigen Mäuse, lasst unsere Freunde nicht umsonst gestorben sein.
Ich hatte kaum ausgesprochen, da rannte ich auch schon auf die Katze zu. Die Mäuse waren verwirrt, aber sie wussten auch, das dies der einzige Weg war. Vor vielen Jahren hatte eine andere Generation von Mäusen mal auf diese Weise eine Katze verscheucht. Die Geschichte war allen bekannt. Sie dachten nicht mehr sondern folgten mir. Die Katze war sichtlich verwirrt, fauchte, machte einen Buckel. Wir rannten weiter auf sie zu und schrien so laut wir konnten. Mit einem riesen Satz sprang er endlich auf die Seite und wir rannten in die Scheune.
Wir waren noch lange nicht in Sicherheit. Jetzt waren sie alle drei richtig sauer. Sie kamen wie Blitze in die Scheune geschossen. So schnell konnten wir alle gar nicht nacheinander in die wenigen Löcher. Einige versuchten sich im Heu zu verstecken, andere im Gebälk.
Irgendwie haben es 14 Mäuse geschafft, in die Löcher zu entkommen.
Wir hatten von 19 Mäusen drei draussen verloren und jetzt sah es für die diese zwei hier auch nicht gut aus.
Es war Deine Mutter, Annabell.“
Annabell zuckte zusammen.
Er berichtete weiter:
„Arma und Anita, ihre Schwester.
Nachdem die Katzen die Scheune so verwüstet hatten, wurde es ganz still. Dann hörten wir sie. Der Anführer der Katzen sprach:
He ihr kleinen Fleischhäppchen. Ich bin Karuso! Ihr sollt meinen Namen wissen und fürchten. Ihr habt mich ganz schön rein gelegt. Dafür werde ich einen nach dem anderen von euch fressen. Ich fange mit dem schönen Mädchen an, das sich hinter dem Balken mit einer zweiten Mäusin versteckt hat.
Ich kam an die Öffnung des Loches und sah hinaus. Der Kater zeigte auf den Balken neben sich. Mit seiner tiefen Stimme fuhr er fort.
Ich kann dich nicht sehen, aber ich rieche euch und gleich werdet ihr mir schmecken.
Die drei Katzen schlichen auf den Balken zu. Noch wenige Sekunden und ich wusste, dass Deine Mutter verloren war und ihre Schwester auch.
Es gab nichts, was wir noch für sie tun konnten.
Ich begann zu weinen, aber ich konnte einfach nichts tun und Angst hatte ich auch. Ich überlegte, ob wir sie nochmals angreifen sollten, aber ich wusste, das wir keine Chance hatten. Damals war es eine Katze und sie hatten es einmal gemacht. Der Überraschungsmoment war auf ihrer Seite und kurz davor auch bei uns. Aber zweimal den gleichen Trick und bei drei Katzen? Nein, sie würden uns alle töten.
Ich hörte wie Arma und Anita wimmerten.
Dann sprangen die Katzen gleichzeitig. Ich schloss meine Augen. Ich wollte das Grauen nicht sehen.
Macht das ihr verschwindet ihr Mistviehcher!
Was war das für eine Stimme und woher kam sie und was war geschehen?
Ich öffnete meine Augen.
Und jetzt muss Arthur weiter erzählen." schloss er seinen Bericht.
"Arthur?", fragte ich verwirrt. Ich denke der ist tot?
"Ha, das dachten viele. Aber ausser ein, zwei Kratzer, geht es mir ausgezeichnet.
Also weiter. Als die Katze vor mir lag und mich auf der Veranda fressen wollte, hörte ich das Geschrei der anderen Mäuse, die auf Karuso zu rannten.
Das ärgerte ihn so sehr, das er von mir ab liess und zurück lief zu der Scheune.
Ich bin in das Haus, habe den Bauern gesucht. Der sass in seinem Sessel und sah Fernsehen. Er hatte in seiner Hand ein Schinkenbrot. Ich bin an seiner Hose hoch, über sein Hemd auf die Hand. Er sah mich mit grossen Augen an. Dann habe ich erst in sein Brot und dann in seinen Daumen gebissen. Er ist wütend aufgesprungen und mir nach gelaufen.
Ich bin wieder unter der Türe durch und in die Scheune und kam gerade rechtzeitig. Die drei Katzen wollten sich gerade auf Anita und Arma stürzen, doch da kam ich mit dem Bauern im Schlepptau, der zum Glück auch noch wütend schrie. Die Katzen flüchteten. Der Bauer hat sich beruhigt und ist auch wieder gegangen und das Beste sagt euch Anton."
"Anton?", fragte ich und meine Begeisterung wuchs und wuchs.
"Na, meine Geschichte ist schnell erzählt. Es war so wie bei Arthur. Die Katze ist los gestürmt, als sie die zwei anderen in die Scheune rennen sah.
Ich bin zu unserem Freund Armin, dem es übrigens immer noch nicht so gut geht, aber das wird schon wieder. Zu zweit konnten wir gerade noch dem wütenden Bauer ausweichen, der in unsere Scheune rannte, das Tor auf stiess und schrie. Die Katzen sind an uns vorbeigeschossen, aber sie haben noch etwas gerufen.
"Wir kommen morgen wieder und dann wird es grausam für euch alle!"
Tja, das wars.
Puh. Aus dem Dunklen kamen jetzt alle Mäuse und wir umarmten uns voller Freude, das alle noch lebten. Aber was sollten wir morgen tun?
Wir konnten ein zwei Tage in unserer Behausung bleiben, aber doch nicht ewig?
Die Nacht verging.
Jeder Tag auf dem Hof begann mit dem Krähen des Hahns.
Dieses mal nicht. Es begann mit einem Schnurren,... und das direkt vor unserem Loch.